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Wie Sie Verbindungen zu sozialen Netzwerken verschlüsseln können

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Viele Menschen geben, wenn sie eine Website aufrufen, in Ihren Browser einfach www.einewebsite.de ein, zum Beispiel www.facebook.com. Was die meisten jedoch nicht wissen: Der vollständige URL einer Website ist immer http://(www.)einewebsite.de und nicht (www.)einewebsite.de. http:// sagt dem Browser, daß er für die Verbindung das sogenannte Hypertext Transfer Protocoll, kurz HTTP, nehmen soll. In der Praxis kann man http:// jedoch meist weglassen, da die gängigen Browser es automatisch hinzufügen.

Das Problem ist nun, daß eine Verbindung über HTTP unverschlüsselt ist. Wenn Sie sich mit einem sozialen Netzwerk verbinden und sich einloggen, kann so theoretisch jemand Ihre Logindaten über eine solche unverschlüsselte Verbindung mitlesen, wenn er den Datenstrom zwischen Ihrem Computer und dem Computer, auf dem die Website liegt, die Sie aufrufen, mitliest.

Zugegeben, die Gefahr, daß das passiert, dürfte in der Praxis relativ gering sein, auch wenn man sie wegen der zunehmenden Verbreitung von WLANs mittlerweile nicht mehr unterschätzen sollte. Aber es gibt eine Möglichkeit, das Risiko bei den meisten sozialen Netzwerken von vornherein auszuschalten. Ich denke, es kann nicht schaden, es einfach zu tun. Denn es tut nicht weh und bringt Ihnen keine Nachteile.

Neben HTTP gibt es nämlich noch ein zweites Protokoll, über das Sie Websites aufrufen können. Dieses Protokoll heißt HTTPS. Im Gegensatz zu HTTP werden Verbindungen, die über HTTPS laufen, verschlüsselt. So kann jemand, der Ihre Verbindung abhört, Ihre Logindaten nicht mitlesen, vorausgesetzt, die Verschlüsselung ist hinreichend sicher.

Beachten Sie jedoch, daß Sie nicht jede Website über HTTPS aufrufen können. Der Betreiber der Website muß dafür bestimmte technische Vorkehrungen treffen, die nicht überall gegeben sind. Die meisten sozialen Netzwerke können jedoch problemlos über HTTPS aufgerufen werden. Wenn Sie eine Website, die HTTPS nicht unterstützt, über HTTPS aufrufen, bekommen Sie eine Fehlermeldung, daß die Verbindung fehlgeschlagen ist. Dann müssen Sie HTTP nehmen.

Was müssen Sie nun tun, um sich verschlüsselt mit einem sozialen Netzwerk zu verbinden? Das ist wirklich ganz einfach. Ich möchte es am Beispiel von Facebook erläutern: Anstatt www.facebook.com oder http://www.facebook.com in Ihren Browser einzugeben, müssen Sie https://www.facebook.com eingeben. Mehr müssen Sie nicht tun, um die Verbindung zu einer Website eines sozialen Netzwerks, das HTTPS unterstützt, zu verschlüsseln. Einige soziale Netzwerke und andere Websites leiten Sie übrigens automatisch auf HTTPS um. Das ist eine vorbildliche Voreinstellung. Insbesondere Xing ist dafür zu loben.

Leider kommt es häufig vor, daß man aus Gewohnheit beim Eintippen das https:// vergißt. Das passiert auch mir gelegentlich. Um dies zu umgehen, können Sie ein Bookmark setzen. Ich setze mittlerweile das Firefox-Plugin HTTPS Everywhere ein, das Sie hier kostenlos herunterladen können. Das Plugin verschlüsselt die Verbindung zu einigen bekannten Websites, darunter auch Google, Twitter und Facebook, automatisch.

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