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Facebook jetzt doch mit face recognition

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Facebook hat gestern angekündigt, eine Gesichtserkennung einzuführen, die es entgegen früherer Beteuerungen nicht nur ermöglicht, zu erkennen, daß sich auf dem Bild eine Person befindet, sondern wer sich auf dem Bild befindet. Damit soll das Taggen von Fotos erleichtert werden. Über eine eigene Privatsphäreeinstellung wird es möglich sein, zu verhindern, daß andere einen User über dieses Tool auf einem Foto erkennen. Nähere Informationen dazu liegen mir noch nicht vor, weil es diese Privatsphäreeinstellungen für deutsche User noch nicht gibt und die Funktion zunächst nur in den USA verfügbar sein soll.

Aus Sicht der Privatsphäre ist diese neue Funktion meiner Ansicht nach sehr kritisch zu bewerten und stellt viele bisher schon vorhandene Probleme mit der Privatsphäre auf Facebook in den Schatten. Den Mehrwert für die Erleichterung des Taggens von Fotos halte ich für gering. Auf der anderen Seite wird es dagegen sicherlich wieder viele User geben, die nicht mitbekommen, wie man das abstellen kann. Mit dieser Funktion wird es nun auch möglich sein, nicht nur über Freundeslisten, sondern auch über Fotos Vernetzungen zwischen Menschen offenzulegen. Durch den Vergleich von Ähnlichkeiten auf Bildern, wird es so auch möglich sein, Vernetzungen höherer Ordnung zwischen Menschen über Bilder offenzulegen. Ein Beispiel: Wenn A und B zusammen abgebildet sind, ist klar, daß A B kennt. Wenn auf einem anderen Bild A und C zusammen abgebildet sind, ergibt sich zudem daraus, daß B mit C über A vernetzt ist. Facebook legt so diese Informationen auch für andere Zwecke als den gedachten offen.

Das größte Problem dabei sind aber nicht die Facebook-Mitglieder, sondern mal wieder die Nicht-Mitglieder. Ein Nicht-Mitglied kann sich im Gegensatz zu einem Mitglied nicht mittels Privatsphäreeinstellungen dagegen wehren, auf Fotos erkannt und getaggt zu werden. Das ist jetzt auch schon ein Problem, das aber durch diese neue Funktion noch verschärft wird. Ich bin gespannt, ob Facebook das unterbinden wird, aber wenn ich mir den bisherigen Umgang von Facebook mit Daten von Nicht-Mitgliedern anschaue, fürchte ich, daß das nicht der Fall sein wird.

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