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Facebook verbessert die Sicherheit seiner Seiten – leider nur für Tunesien

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Eben war auf der Facebook-Seite von Facebook Security zu lesen "We work hard to protect you and your information wherever you are in the world.". Anlaß war ein Artikel, der Facebooks Rolle bei den Unruhen in Tunesien näher beleuchtete. Leider stellt sich beim Lesen dieses Artikels heraus, daß es mit "wherever you are in the world" nicht weit her ist.

Was war passiert? Facebook mußte feststellen, daß tunesische Internetprovider sogenannte Keylogger, die Tastatureingaben aufzeichnen, eingesetzt haben, um an die Daten von Facebook-Accounts tunesischer Aktivisten heranzukommen. Mehrere tunesische Aktivisten berichteten daraufhin, daß ihr Facebook-Account gelöscht worden sei. Als Reaktion darauf hat Facebook alle Seiten für Tunesien automatisch auf eine verschlüsselte Verbindung umgeleitet, die es Providern zumindest erschwert, die Daten mitzulesen.

Diese Maßnahme ist natürlich absolut zu begrüßen, ebenso wie die Tatsache, daß Facebook politische Aktivisten in Diktaturen unterstützt.

Nur: Warum führt Facebook dieses Feature nicht allgemein ein? Und warum ist das nicht schon längst geschehen? Es ist doch nicht schwer, eine Umleitung auf https einzurichten. Das wäre eine einfache Maßnahme, die die Sicherheit aller Facebook-Nutzer erhöhen würde! Zwar ist das kein hundertprozentiger Schutz gegen das, was in Tunesien geschehen ist, aber es würde so etwas zumindest erschweren.

Update vom 30. 01. 2011:Wie die österreichische Tageszeitung "Der Standard" berichtet, waren in Tunesien nicht nur Facebook- und Twitter-Accounts von der Kompromittierung betroffen, sondern auch Zugänge von Google-Mail und Yahoo-Mail. Diese beiden Anbieter sollten sich, wie alle Webmail-Anbieter, ein Beispiel an Facebook nehmen und konsequent https einführen. Generell sollte sich jeder überlegen, ob man insbesondere den Mailverkehr in Länder mit totalitären Regierungen nicht verschlüsseln kann. Facebook hat mittlerweile bekanntgegeben, die automatische Nutzung von https nicht nur für Tunesien umzusetzen, sondern für alle User anzubieten.

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3 Reaktionen zu “Facebook verbessert die Sicherheit seiner Seiten – leider nur für Tunesien”

  1. Tweets that mention Facebook verbessert die Sicherheit seiner Seiten – leider nur für Tunesien | Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0 -- Topsy.com

    [...] This post was mentioned on Twitter by Alexander Schestag, Alexander Schestag. Alexander Schestag said: [Blog] Facebook verbessert die Sicherheit seiner Seiten - leider nur für Tunesien... http://fb.me/QtbfpwGV [...]

  2. Surfen auf Facebook wird dank https sicherer (Gastbeitrag) « In Sachen Kommunikation

    [...] Daten von Dritten mitgelesen werden können. Dass das kein hypothetisches Szenario ist, hat die Kompromittierung zahlreicher tunesischer Facebook-Accounts durch die ehemalige Regierung des Landes [...]

  3. Blogwarte.de

    Facebook verbessert die Sicherheit seiner Seiten – leider nur für Tunesien...

    Tunesische Internetprovider haben mit sogenannte Keylogger Zugriff auf E-Mail-Konten tunesischer Aktivisten erhalten. Betroffen sind Facebook-, Google- und Yahoo-Konten. Bisher hat nur Facebook auf die Kompromittierung ihres Dienstes reagiert und sie m...

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