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Was sind „öffentliche Daten“?

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Die selbsternannten "Netzaktivisten, über die ich gestern berichtete, haben die unautorisierte Übernahme von 250.000 Facebook-Profilen damit begründet, daß Facebook-Mitglieder es als selbstverständlich ansehen müssen, wenn ihre Daten auch zu anderen Zwecken verwendet werden. Sie definieren somit alle auf Facebook sichtbaren Daten als öffentliche Daten, die jeder selbstverständlich nutzen darf. Aber ist das wirklich der Fall?

Ich meine nein und möchte das an dieser Stelle kurz begründen. Dabei möchte ich weniger auf juristische Aspekte eingehen, sondern vielmehr aus ethischer Sicht diskutieren, was "öffentliche Daten" sind, welche Daten man im Sinne öffentlicher Daten nutzen dürfen sollte und vor allem, welche nicht.

Als Grundlage möchte ich dazu die Hackerethik in ihrer erweiterten Form heranziehen, wie man sie beim Chaos Computer Club findet. Zwei zentrale Aussagen der Hackerethik lauten demnach "öffentliche Daten nützen, private Daten schützen" und "mülle nicht in fremden Daten". Der CCC konkretisiert seine Vorstellung von "öffentlichen Daten" an dieser Stelle wie folgt:

"Um den Schutz der Privatsphäre des einzelnen mit der Förderung von Informationsfreiheit für Informationen, welche die Öffentlichkeit betreffen, zu verbinden, wurde schließlich der bislang letzte Punkt [Anm.: der lautet "öffentliche Daten nützen, private Daten schützen"] angefügt."

Damit ist klar, daß die Urheber dieser Formulierung mit "öffentliche Daten" keinesfalls jegliche öffentlich oder zumindest für einen Teil der Öffentlichkeit zugängliche (personenbezogene) Daten meinten, sondern ausschließlich "Informationen, welche die Öffentlichkeit betreffen". Es reicht also nicht aus, daß Daten öffentlich oder, wie bei Facebook, teilöffentlich zugänglich sind, damit es sich um "öffentliche Daten" handelt. Im Grunde müssen nach diesem Verständnis "öffentliche Daten" nicht einmal praktisch öffentlich sein. Es geht hier vielmehr darum, welche Daten öffentlich sein sollten, weil sie die Öffentlichkeit betreffen. Solche Daten, worunter etwa Daten über die Verwendung von Geldern, über Gesetzesinitiativen und ähnliches fallen, müssen für alle zugänglich sein und von allen genutzt werden dürfen.

Daten wie die, die im Zuge des diskutierten Projekts gestohlen wurden, betreffen die Öffentlichkeit dagegen sicherlich nicht. Sie sind für die Öffentlichkeit nicht relevant und fallen somit nicht unter die Definition "öffentlicher Daten" im Sinne der Hackethik. Es handelte sich trotz ihrer öffentlichen Zugänglichkeit in diesem Sinne ganz klar um private und somit schützenswerte Daten. Die beiden selbsternannten "Netzaktivisten" haben somit keineswegs "öffentliche" Daten legitim genutzt, sondern in fremden Daten "gemüllt", was die Hackerethik eindeutig untersagt. Besagte Aktion war also nicht nur ein Verstoß gegen den Datenschutz, sondern ist auch ethisch nicht zu rechtfertigen.

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