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Vermißtenanzeigen in sozialen Netzwerken sind keine gute Idee

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In den letzten Tagen hat ein Vater Furore gemacht, der auf Facebook eine "Vermißtenanzeige" für seine verschwundene Tochter geschaltet hat. Das Mädchen wurde mittlerweile gefunden - allerdings ohne sinnvolle Hinweise aus Facebook. Von dort kamen keine sachdienlichen Hinweise, sondern die Anzeige hat nur dazu geführt, daß die Arbeit der betreffenden Polizeidienststelle lahmgelegt wurde, weil ständig Nachfragen von Usern und Journalisten eingingen.

DerWesten diskutiert das Vorgehen des Vaters kritisch und kommt dabei zu dem Schluß, daß Vermißtenanzeigen in sozialen Netzwerken keine gute Idee sind. Es ist nachvollziehbar, daß Menschen alle Möglichkeiten ausschöpfen wollen, um eine vermißte Person zu finden. Aus mehreren Gründen sollte man dennoch davon Abstand nehmen, nach Vermißten in sozialen Netzwerken zu suchen. DerWesten nennt dafür gute Gründe, die ich hier noch einmal diskutieren und um weitere Argumente ergänzen möchte.

  • Wie oben bereits erwähnt kann das die allgemeine Polizeiarbeit durch eine Flut von Anrufen behindern. Menschen, die ein anderes wichtiges Anliegen oder gar einen Notfall haben, können die Polizei nicht mehr erreichen. Das kann Menschenleben gefährden.
  • Die Veröffentlichung in sozialen Netzwerken kann aber auch die konkreten Ermittlungsarbeiten im jeweiligen Fall behindern, weil dadurch für den Fall, daß wirklich ein Verbrechen vorliegt, auch potentielle Täter an Informationen kommen können, die ihnen helfen, sich zu tarnen.
  • Hinzu kommt, daß solche Aufrufe im Netz oft gar nicht mehr ernst genommen werden. Das liegt daran, daß es bereits seit ungefähr 20 Jahren E-Mailspam gibt, der um Mithilfe bei der Suche nach einer angeblich vermißten Person bittet.
  • Zudem können Vermißtenanzeigen auch gefälscht sein. Das führt oft zu Belästigungen der Angehörigen oder des vermeintlich Vermißten selbst. Auch Polizeiarbeit kann durch eine solche Falschmeldung möglicherweise behindert oder gar lahmgelegt werden, was wiederum in echten Notfällen einen enormen Schaden anrichten kann.

Die Fälle der letzten Zeit zeigen zudem, daß aus sozialen Netzwerken in der Regel keine brauchbaren Hinweise kommen. Der einzig richtige Weg ist daher in diesem Fall eine Vermißtenanzeige bei der Polizei zu erstatten und ihr die Arbeit zu überlassen - auch wenn es schwer fällt.

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  1. Tweets that mention Vermißtenanzeigen in sozialen Netzwerken sind keine gute Idee | Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0 -- Topsy.com

    [...] This post was mentioned on Twitter by Alexander Schestag, Alexander Schestag. Alexander Schestag said: [Blog] Vermißtenanzeigen in sozialen Netzwerken sind keine gute Idee... http://fb.me/JN76GIBG [...]

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DerWesten diskutiert das Vorgehen des Vaters kritisch und kommt dabei zu dem Schluß, daß Vermißtenanzeigen in sozialen Netzwerken keine gute Idee sind. Es ist nachvollziehbar, daß Menschen alle Möglichkeiten ausschöpfen wollen, um eine vermißte Person zu finden. Aus mehreren Gründen sollte man dennoch davon Abstand nehmen, nach Vermißten in sozialen Netzwerken zu suchen. DerWesten nennt dafür gute Gründe, die ich hier noch einmal diskutieren und um weitere Argumente ergänzen möchte.

  • Wie oben bereits erwähnt kann das die allgemeine Polizeiarbeit durch eine Flut von Anrufen behindern. Menschen, die ein anderes wichtiges Anliegen oder gar einen Notfall haben, können die Polizei nicht mehr erreichen. Das kann Menschenleben gefährden.
  • Die Veröffentlichung in sozialen Netzwerken kann aber auch die konkreten Ermittlungsarbeiten im jeweiligen Fall behindern, weil dadurch für den Fall, daß wirklich ein Verbrechen vorliegt, auch potentielle Täter an Informationen kommen können, die ihnen helfen, sich zu tarnen.
  • Hinzu kommt, daß solche Aufrufe im Netz oft gar nicht mehr ernst genommen werden. Das liegt daran, daß es bereits seit ungefähr 20 Jahren E-Mailspam gibt, der um Mithilfe bei der Suche nach einer angeblich vermißten Person bittet.
  • Zudem können Vermißtenanzeigen auch gefälscht sein. Das führt oft zu Belästigungen der Angehörigen oder des vermeintlich Vermißten selbst. Auch Polizeiarbeit kann durch eine solche Falschmeldung möglicherweise behindert oder gar lahmgelegt werden, was wiederum in echten Notfällen einen enormen Schaden anrichten kann.

Die Fälle der letzten Zeit zeigen zudem, daß aus sozialen Netzwerken in der Regel keine brauchbaren Hinweise kommen. Der einzig richtige Weg ist daher in diesem Fall eine Vermißtenanzeige bei der Polizei zu erstatten und ihr die Arbeit zu überlassen - auch wenn es schwer fällt.

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