Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0

Das Blog zur Beratung von DeinWeb - Ein Web für alle!

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Die Facebook-Adreßbuchsynchronisation und mögliche Folgen

Send to Kindle

Daß man die Synchronisation von E-Mailadreßbüchern auf Facebook aus Datenschutzgründen lassen sollte, habe ich ja schon mehrfach betont. Ein eindrückliches Beispiel dafür, welche gravierenden Folgen das haben kann, wurde mir kürzlich berichtet. In diesem Fall hat ein Psychotherapeut sein E-Mailadreßbuch mit E-Mailadressen von Patienten mit Facebook synchronisiert. Dies hatte zur Folge, daß kurze Zeit später die Patienten untereinander als Freunde vorgeschlagen wurden.

Dies ist natürlich ein besonders gravierendes Beispiel dafür, wie die Funktion den Datenschutz und die Privatsphäre verletzen kann. In diesem Fall wurde sogar möglicherweise die für diesen Beruf zwingende Schweigepflicht verletzt. Daß Patientendaten und andere sensible Daten, über die man im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit verfügt, auf Facebook absolut tabu sind, sollte man eigentlich nicht weiter betonen müssen. Aber anscheinend ist dies keine Selbstverständlichkeit. Selbst wenn man berücksichtigt, daß Facebook lange nicht genau darüber aufgeklärt hat, was es mit den Daten macht, sollte eigentlich jedem klar sein, daß solche Daten dort nichts verloren haben. Besonders vorsichtig müssen hier meines Erachtens vor allem Therapeuten, Ärzte und Anwälte sein. Möglicherweise deuten solche Vorfälle aber auch auf einen Mangel in der Ausbildung der betreffenden Berufsgruppen hin. Hier besteht offenbar Nachholbedarf, denn soziale Netzwerke sind auch aus dem Alltag dieser Menschen nicht mehr wegzudenken.

Die Nutzung sozialer Netzwerke durch einen Angehörigen solcher Berufsgruppen ist natürlich nicht völlig ausgeschlossen. Dann aber sollte am besten vermieden werden, Patienten oder Klienten als Freunde zu akzeptieren, oder aber die Freundesliste sollte für niemanden zugänglich sein. Alternativ kann, wenn dies rechtlich erlaubt ist, die Präsenz auf Facebook auf eine Fanseite beschränkt und das private Profil komplett unsichtbar geschaltet werden. Dann ist jedoch praktisch keine private Facebook-Nutzung mehr möglich.

Wie Sie Adressen wieder aus der Synchronisation löschen können, erfahren Sie bei schwindt-pr.

Flattr this!

Facebook Share Twitter Share

Einen Kommentar schreiben - Alle Angaben bis auf den Kommentar sind freiwillig. Anonyme Kommentare werden immer moderiert

Copyright © 2019 by: DeinWeb - Ein Web für alle! • Template by: BlogPimp Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.
Twitter-Button: IconTexto, http://icontexto.blogspot.com/