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So sieht ein richtiger Datenskandal aus – ändern Sie umgehend Ihr Facebook-Paßwort!

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Neulich berichtete ich über eine Weitergabe anonymisierter Daten seitens des Navigationsgeräteherstellers TomTom und kritisierte die Verwendung des Wortes "Datenskandal" in diesem Zusammenhang. Heute wurde beim Social Network Facebook ein Vorgang bekannt, den man gut und gerne als größten Datenskandal in der Geschichte des Unternehmens bezeichnen kann. Um das Wichtigste gleich vorweg zu nehmen: Ändern Sie umgehend Ihr Facebook-Paßwort!

Über mehrere Jahre hatten Werbepartner und Entwickler die Möglichkeit, auf Profile von Usern zuzugreifen und Chats mitzulesen. Die Lücke ist über Facebook-Anwendungen ins System gelangt. Durch sogenannte Access-Tokens hatten Anwendungsentwickler ohne Kenntnis des Paßworts Zugriff auf Profile von Usern sowie auf Chatverläufe und konnten sogar Statusmeldungen über die betreffenden Profile absetzen. Betroffen sind schätzungsweise 100.000 Anwendungen. Das Problem bestand seit der Einführung von Anwendungen im Jahr 2007 und wurde jetzt erst beseitigt.

Zwar bezweifelt man bei Symantec, wo das Problem offengelegt wurde, daß User geschädigt wurden, aber ausgeschlossen ist das selbstverständlich nicht. Zudem besteht die Gefahr der Schädigung weiterhin, da einige Access-Tokens immer noch brauchbar sein könnten und jetzt, da das Problem bekannt ist, möglicherweise ausgenutzt werden. An Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist die Kritik von Facebook an dem Bericht von Symantec, weil man nicht berücksichtigt habe, daß Facebook Werbekunden und Entwicklern untersage, sich "persönliche Informationen von Facebook-Anwender auf eine Weise zu beschaffen oder zu verbreiten, die den Facebook-Vorgaben widerspricht" (Übersetzung: spiegel.de). Angesichts der Tatsache, daß es mittlerweile hinreichend bekannt sein sollte, daß Entwickler von Facebook-Anwendungen nicht immer ehrliche Ziele verfolgen, ist diese Stellungnahme schon fahrlässig zu nennen. Aber dieses Verhalten paßt ins Bild, das Facebook in letzter Zeit vermittelt hat: Probleme werden verharmlost und unter den Teppich gekehrt, Kritiker versucht man mundtot zu machen.
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Da es, wie gesagt, sein kann, daß einige Access-Tokens immer noch benutzbar sind, sollten Sie umgehend Ihr Paßwort ändern! Das macht die betreffenden Access-Tokens offenbar unbenutzbar.

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2 Reaktionen zu “So sieht ein richtiger Datenskandal aus – ändern Sie umgehend Ihr Facebook-Paßwort!”

  1. So sieht ein richtiger Datenskandal aus – ändern Sie umgehend Ihr …

    [...] hier den Originalbeitrag weiterlesen: So sieht ein richtiger Datenskandal aus – ändern Sie umgehend Ihr … [...]

  2. Schmutzkampagnen aller Orten: Auf der Strecke bleiben – die User | Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0

    [...] Tage bei Facebook überdeutlich gezeigt. Daß eine massive Sicherheitslücke vier Jahre lang offen bleiben konnte, läßt sich nur so erklären, daß die falschen Prioritäten gesetzt werden. Der [...]

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Über mehrere Jahre hatten Werbepartner und Entwickler die Möglichkeit, auf Profile von Usern zuzugreifen und Chats mitzulesen. Die Lücke ist über Facebook-Anwendungen ins System gelangt. Durch sogenannte Access-Tokens hatten Anwendungsentwickler ohne Kenntnis des Paßworts Zugriff auf Profile von Usern sowie auf Chatverläufe und konnten sogar Statusmeldungen über die betreffenden Profile absetzen. Betroffen sind schätzungsweise 100.000 Anwendungen. Das Problem bestand seit der Einführung von Anwendungen im Jahr 2007 und wurde jetzt erst beseitigt.

Zwar bezweifelt man bei Symantec, wo das Problem offengelegt wurde, daß User geschädigt wurden, aber ausgeschlossen ist das selbstverständlich nicht. Zudem besteht die Gefahr der Schädigung weiterhin, da einige Access-Tokens immer noch brauchbar sein könnten und jetzt, da das Problem bekannt ist, möglicherweise ausgenutzt werden. An Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist die Kritik von Facebook an dem Bericht von Symantec, weil man nicht berücksichtigt habe, daß Facebook Werbekunden und Entwicklern untersage, sich "persönliche Informationen von Facebook-Anwender auf eine Weise zu beschaffen oder zu verbreiten, die den Facebook-Vorgaben widerspricht" (Übersetzung: spiegel.de). Angesichts der Tatsache, daß es mittlerweile hinreichend bekannt sein sollte, daß Entwickler von Facebook-Anwendungen nicht immer ehrliche Ziele verfolgen, ist diese Stellungnahme schon fahrlässig zu nennen. Aber dieses Verhalten paßt ins Bild, das Facebook in letzter Zeit vermittelt hat: Probleme werden verharmlost und unter den Teppich gekehrt, Kritiker versucht man mundtot zu machen.
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