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Warum gibt es in letzter Zeit so viele Datendiebstähle?

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Heise meldet heute einen erneuten Datendiebstahl, diesmal von Bankdaten einiger tausend Kunden des Schulbuchverlags Westermann.

Dieser Angriff reiht sich in eine Fülle von Kompromittierungen von Computersystemen bei Unternehmen in der jüngsten Vergangenheit ein. Darunter waren auch etliche weitere Unternehmen, die hochsensible Daten speichern, wie die amerikanische Citibank. Besonders erschreckend an diesen Datendiebstählen ist, daß die Sicherheitslücken, die dafür benutzt wurden, oftmals sogar ohne tiefgehende technische Kenntnisse ausnutzbar waren.

Ob sich die Zahl der Angriffe wirklich erhöht hat, ist jedoch fraglich. Zumindest in Deutschland gibt es seit Kurzem eine Meldepflicht, wenn Unternehmen Daten gestohlen werden. Möglicherweise also gibt es gar nicht mehr Angriffe, sie werden nur häufiger publik. Auch die Angreifer haben es mit Twitter und anderen sozialen Netzwerken offensichtlich leichter, ihre Taten publik zu machen. In früheren Jahren machten Gruppierungen wie LulzSec oder Anonymous nicht so sehr von sich reden, weil es schlicht keine Plattform dafür gab.

Alles in allem deutet vieles darauf hin, daß in Unternehmen bei der Datensicherheit massiv geschlampt wird und daß es Datendiebstähle in diesem Umfang möglicherweise schon seit geraumer Zeit gibt, sie aber unbemerkt stattfanden oder gar unter den Teppich gekehrt wurden. Es ist völlig unklar, wieviele leicht ausnutzbare Sicherheitslücken noch im Verborgenen wie eine Zeitbombe vor sich hin ticken - oder gar schon unbemerkt explodiert sind. Es wird daher höchste Zeit, von Unternehmen nicht nur mehr Sorgfalt bei der Speicherung personenbezogener Daten zu verlangen, sondern sie vor allem zur Datensparsamkeit anzuhalten.

Natürlich sind dabei auch wir, die User, gefragt. Auch wir müssen sparsamer mit unseren Daten umgehen und sollten diese nicht überall einkippen, wo es vielleicht nicht notwendig ist. Wir müssen zudem vermehrt Druck auf Firmen ausüben und ihnen deutlich machen, daß uns wichtig ist, was mit unseren Daten geschieht und ob unsere Daten bei den Anbietern, denen wir sie anvertrauen, sicher sind. Spätestens mit dieser medial breit aufbereiteten Angriffswelle sollte jeder begriffen haben, daß die Datenberge, die wir bei verschiedensten Anbietern aufhäufen, ein massives Problem darstellen. Wir sollten anfangen, sie abzutragen und auf das notwendige Minimum zu reduzieren.

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