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Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul! Oder doch?

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Mittlerweile sind elektronische Geräte wie Smartphones auch ein beliebtes Geschenk. Doch nicht immer stecken dahinter lautere Absichten, wie ein aktueller Fall zeigt, in dem ein Ehemann seine Ehefrau mit einem iPhone, das er ihr geschenkt und auf dem er eine Tracking-Software installiert hat, beim Fremdgehen erwischt hat.
Ohne Frage, das Verhalten der Dame läßt natürlich auch zu wünschen übrig. Aber das darf kein Grund sein, ein Bewegungsprofil eines Menschen ohne sein Wissen und erst recht ohne seine Zustimmung zu erstellen. Auch andere "Bespitzelungsmethoden" wie das Mitlesen der Kommunikation, die über das fremde Smartphone läuft, oder das Übertragen von Daten ohne Wissen und Zustimmung des Betroffenen sind natürlich absolut tabu. Meines Erachtens gilt dies auch für Eltern, die ihren Kindern ein Smartphone schenken. In diesem Fall mag das Bedürfnis, die Aktivitäten des eigenen Kindes zu seinem eigenen Schutz zu überwachen, noch größer sein. Aber auch das halte ich für nicht legitim, wenn das Kind nichts davon weiß.
Nichtsdestotrotz ermöglichen zahlreiche Apps auf allen Plattformen auf einfachste Art und Weise ein derartiges unlauteres Aushorchen. Natürlich sollte man normalerweise einem Partner, der einem ein solches Gerät schenkt, vertrauen können. Leider scheint hier aber durchaus ein gewisses Mißtrauen angebracht. Wie kann man sich nun schützen?

  • Wenn Sie ein Smartphone oder ein anderes mobiles Gerät mit Internetzugang und GPS geschenkt bekommen, überprüfen Sie, ob sich das Gerät noch im Auslieferungszustand befindet. Meist müssen diese Geräte nach dem ersten Einschalten erst eingerichtet werden. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie das Gerät in den Auslieferungszustand zurücksetzen. Auch die PIN sollten Sie dann ändern.
  • Behalten Sie die PIN für sich.
  • Wenn Sie unterwegs sind und nicht unbedingt erreichbar sein müssen oder das Gerät anderweitig brauchen, schalten Sie es aus.

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, den Partner ohne dessen Wissen zu überwachen, gilt schlicht: Tun Sie es nicht! In einer auf Vertrauen basierenden Beziehung sollte man offen über Sorgen und Probleme reden können, ohne zu solchen Methoden greifen zu müssen. Wenn Sie Ihren Partner überwachen, zerstören Sie nachhaltig das Vertrauensverhältnis, wenn das auffliegt. Das gilt insbesondere dann, wenn sich Ihr Verdacht, wegen dem Sie überwachen, als falsch erweist. Und selbst wenn Sie mit Ihrem Verdacht richtig liegen, löst die Überwachung Ihre eigentlichen Probleme nicht. Kurz gesagt: Wenn Sie Ihrem Partner nicht mehr trauen, haben Sie Probleme, die Sie mit Überwachung nicht lösen.
Bei Kindern mag es in manchen Situationen nachvollziehbar sein, solche Methoden einzusetzen. Aber dann sollten Sie das nie ohne das Wissen des Kindes tun - auch auf die Gefahr hin, daß das Kind das Gerät ausschaltet. Auch ein Kind hat das Recht, nicht ständig ohne sein Wissen überwacht zu werden. Und in früheren Zeiten existierte diese Möglichkeit schließlich gar nicht. Tracking ist kein Ersatz für die Wahrnehmung der Aufsichtspflicht!

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