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Facebooks inakzeptables User-Tracking

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Wie Mashable berichtet, hat Facebook erstmals Auskunft über sein User-Tracking gegeben. Demnach soll bei jedem User, auch bei Nichtmitgliedern, ein Cookie gesetzt werden. Dieses Cookie übermittelt Informationen an Facebook, sobald der User eine Website mit einem Social Plugin, also zum Beispiel einem Like-Button besucht. Dazu gehören nicht personenbezogene Daten wie die Uhrzeit und das Datum des Besuchs sowie die besuchte Website. Aber darüber hinaus werden auch "einzigartige Charakteristiken" des verwendeten Computers übermittelt. Dies ermöglicht schon eine sehr genaue Identifikation des jeweiligen Users. Ist der User gleichzeitig in Facebook eingeloggt, werden zudem Daten wie Name und Mailadresse übermittelt, die die Person eindeutig identifizierbar machen. All diese Daten bleiben auf Facebooks Servern 90 Tage lang gespeichert.

Auch wenn Facebook die Daten bisher nach eigenen Angaben nur für "Sicherheitsmaßnahmen" sowie zur "Verbesserung der Social Plugins" verwendet, so ist eine solche Datensammelei doch gefährlich. Zum einen besteht die Gefahr, daß diese Daten eines Tages doch zu anderen Zwecken wie personalisierte Werbung verwendet werden. Darüber hinaus ist die lange Speicherdauer von 90 Tagen zu kritisieren. Allein die Tatsache, daß Daten über einen so langen Zeitraum Dritten in die Hände fallen könnten, ist besorgniserregend. Aber auch unabhängig von dieser Gefahr geht Facebook hier weit über das hinaus, was erlaubt sein sollte. Facebook legt mit diesem Vorgehen faktisch umfangreiche Surf-Profile von allen Besuchern seiner Website an, die über einen Zeitraum von 3 Monaten gespeichert werden, und macht die Besucher mehr oder weniger eindeutig identifizierbar. Zum Vergleich: Die europäische Vorratsdatenspeicherung, die sich lediglich auf Verbindungsdaten bezieht, ist weitaus weniger weitreichend und wurde vom Bundesverfassungsgericht zumindest in der für Deutschland umgesetzten Form bereits für verfassungswidrig erklärt.

Daraus ergibt sich der zwingende Schluß, daß Facebook dieses Tracking sofort einstellen muß. Es kann und darf nicht sein, daß sich ein Privatunternehmen Rechte herausnimmt, die wesentlich weiter gehen, als das, was zumindest dem deutschen Staat schon einmal verboten wurde.

Usern ist zu raten, nach jedem Besuch von Facebook Cookies zu löschen oder die Datenübertragung von Social Plugins über Browsererweiterungen zu blockieren. Im Chrome beispielsweise bietet sich dafür die Erweiterung "FacebookBlocker" an. Im Firefox hilft die Erweiterung "NoScript".

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