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Sollten öffentliche Stellen sich auf Facebook präsentieren?

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Immer wieder lese ich auf Facebook von Forderungen, öffentliche Stellen wie Ämter, die Polizei und andere sollten sich dort präsentieren. Der österreichische Stadtrat Andi Babler geht einen Schritt in diese Richtung, indem er zukünftig eine Bürgersprechstunde auf Facebook anbieten möchte. Andere können sich vorstellen, daß Ämter und andere öffentliche Stellen so ihre Projekte und Themen bürgernah präsentieren können. Ein weiterer Vorteil wird darin gesehen, daß sich Bürgerinnen und Bürger mit dem gleichen Anliegen besser vernetzen können.

Ich denke, prinzipiell spricht nichts dagegen, daß sich öffentliche Stellen auf Facebook präsentieren. Aus Sicht des Datenschutzes und der Privatsphäre sind solche Projekte meiner Ansicht jedoch an zwei Voraussetzungen gebunden:

  • Der Account der öffentlichen Stelle, die sich auf Facebook präsentiert, muß sicher verifiziert sein. Die bisherigen Mechanismen zur Account-Verifizierung auf Facebook sind dafür meines Erachtens nicht ausreichend.
  • Es dürfen auf Facebook keine Anliegen besprochen werden, die mit personenbezogenen Daten von Bürgerinnen und Bürgern zu tun haben. Dazu ist Facebook vor allem wegen der fehlenden Möglichkeit, die Kommunikation zu verschlüsseln, und aufgrund der Tatsache, daß die Daten auf Servern in den USA gespeichert werden, nicht geeignet.

Angesichts der Tatsache, daß nur ungefähr 10% aller Deutschen einen Account auf Facebook haben, darf Facebook zudem für wichtige öffentliche Informationen über Projekte, die alle Bürgerinnen und Bürger betreffen, nicht der einzige Kommunikationskanal sein. Aber wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, wäre es sicher ein interessantes Experiment, wenn sich öffentliche Stellen auf Facebook – oder in anderen sozialen Netzwerken – präsentieren würden.

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Ich denke, prinzipiell spricht nichts dagegen, daß sich öffentliche Stellen auf Facebook präsentieren. Aus Sicht des Datenschutzes und der Privatsphäre sind solche Projekte meiner Ansicht jedoch an zwei Voraussetzungen gebunden:

  • Der Account der öffentlichen Stelle, die sich auf Facebook präsentiert, muß sicher verifiziert sein. Die bisherigen Mechanismen zur Account-Verifizierung auf Facebook sind dafür meines Erachtens nicht ausreichend.
  • Es dürfen auf Facebook keine Anliegen besprochen werden, die mit personenbezogenen Daten von Bürgerinnen und Bürgern zu tun haben. Dazu ist Facebook vor allem wegen der fehlenden Möglichkeit, die Kommunikation zu verschlüsseln, und aufgrund der Tatsache, daß die Daten auf Servern in den USA gespeichert werden, nicht geeignet.

Angesichts der Tatsache, daß nur ungefähr 10% aller Deutschen einen Account auf Facebook haben, darf Facebook zudem für wichtige öffentliche Informationen über Projekte, die alle Bürgerinnen und Bürger betreffen, nicht der einzige Kommunikationskanal sein. Aber wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, wäre es sicher ein interessantes Experiment, wenn sich öffentliche Stellen auf Facebook – oder in anderen sozialen Netzwerken – präsentieren würden.

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