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Was Bing und Google bei Suchen über Sie speichern

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Im Streit zwischen Google und Microsoft über angeblich von Google in die Microsoft-Suchmaschine Bing übernommene Suchergebnisse gerät auch ein Detail in den Blickpunkt, das an sich nicht sonderlich neu ist, nun aber mehr Aufmerksamkeit bekommt: Suchmaschinen speichern Informationen über die Suche, die möglicherweise auch Rückschlüsse auf die Person zulassen. Dies gilt möglicherweise auch für andere Suchmaschinen als die hier besprochenen.

In einem Brief hat Stefan Weitz, Direktor von Bing, geäußert:

"Opt-in programs like the [Bing] toolbar help us with clickstream data, one of many input signals we and other search engines use to help rank sites."

Bing hält das auch ganz klar in seinen Privacy Policies fest. Für 18 Monate gespeichert werden demnach der Suchbegriff, die IP-Adresse und das Datum der Suche sowie angeklickte Suchergebnisse. Nach 18 Monaten werden die IP-Adresse und Cookie-Informationen gelöscht, offenbar aber nicht die Suchbegriffe und angeklickten Ergebnisse. Bing hält diese Daten intern auch gespeichert, wenn Sie Ihre Suchhistorie löschen, und behält sich vor, diese Daten an Dritte weiterzugeben, allerdings ohne IP-Adressen und Cookie-Informationen. Bing betont zudem, personenbezogene Account-Daten strikt von den bei Suchen erhobenen Daten zu trennen. Wenn Sie jedoch gleichzeitig in Facebook eingeloggt sind, benutzt Bing Daten aus Ihrem Facebook-Account, um Ihre Suchergebnisse anhand dieser zusätzlichen Daten zu personalisieren, etwa bei Personensuchen. Das läßt sich jedoch vor der Suche abstellen.

Google verhält sich ähnlich. Auch ohne Google-Account speichert Google einen Cookie auf dem Rechner. Leider finden sich in Googles privacy policies wesentlich weniger Informationen, welche Daten Google bei einer Suche speichert. Klar wird jedoch, daß Google ebenfalls die Suchbegriffe, die IP-Adresse und den genauen Zeitpunkt der Suche speichert.

Problematisch an diesen Technologien ist vor allem, daß unter Umständen auch Daten wie die IP-Adresse Rückschlüsse auf eine Person zulassen. Wenn eine Person immer wieder mit der gleichen IP-Adresse sucht, lassen die gesammelten Suchbegriffe zudem weitreichende Schlüsse auf Interessen, Tätigkeiten und möglicherweise das Umfeld dieser Person zu. Zudem wird eine Person über die gespeicherten Cookies, die bei Bing und Google eine sehr lange Laufzeit haben, identifizierbar.

Viele Menschen sind trotz dieser Problematik auf Suchmaschinen angewiesen. Was kann man nun tun, um sich vor der Datensammelei zu schützen? Auf jeden Fall sollten Sie während der Suche in kein Bing-, Google- oder Facebook-Konto eingeloggt sein, um eine weitergehende Speicherung personenbezogener Daten zu vermeiden. Man kann zudem versuchen, über TOR oder andere Proxydienste die eigene IP-Adresse zu verschleiern. Zumindest Google blockiert jedoch teilweise Zugriffe über TOR-Server, weil es sie als automatisierte Zugriffe einstuft. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, in relevante Suchbegriffe beliebige andere einzustreuen, um die Datenbasis zu verwässern und so die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen zu erschweren. Last but not least können Sie Ihren Browser auch so konfigurieren, daß keine Cookies gespeichert werden, die Sie identifizierbar machen. Letztlich ist es aber auch Aufgabe der Suchmaschinenbetreiber, diese umfangreiche und langwierige Speicherung von Daten zumindest zu entschärfen.

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Eine Reaktion zu “Was Bing und Google bei Suchen über Sie speichern”

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    [...] This post was mentioned on Twitter by Alexander Schestag, Alexander Schestag. Alexander Schestag said: [Blog] Was Bing und Google bei Suchen über Sie speichern... http://fb.me/NxzR5yFC [...]

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In einem Brief hat Stefan Weitz, Direktor von Bing, geäußert:

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Bing hält das auch ganz klar in seinen Privacy Policies fest. Für 18 Monate gespeichert werden demnach der Suchbegriff, die IP-Adresse und das Datum der Suche sowie angeklickte Suchergebnisse. Nach 18 Monaten werden die IP-Adresse und Cookie-Informationen gelöscht, offenbar aber nicht die Suchbegriffe und angeklickten Ergebnisse. Bing hält diese Daten intern auch gespeichert, wenn Sie Ihre Suchhistorie löschen, und behält sich vor, diese Daten an Dritte weiterzugeben, allerdings ohne IP-Adressen und Cookie-Informationen. Bing betont zudem, personenbezogene Account-Daten strikt von den bei Suchen erhobenen Daten zu trennen. Wenn Sie jedoch gleichzeitig in Facebook eingeloggt sind, benutzt Bing Daten aus Ihrem Facebook-Account, um Ihre Suchergebnisse anhand dieser zusätzlichen Daten zu personalisieren, etwa bei Personensuchen. Das läßt sich jedoch vor der Suche abstellen.

Google verhält sich ähnlich. Auch ohne Google-Account speichert Google einen Cookie auf dem Rechner. Leider finden sich in Googles privacy policies wesentlich weniger Informationen, welche Daten Google bei einer Suche speichert. Klar wird jedoch, daß Google ebenfalls die Suchbegriffe, die IP-Adresse und den genauen Zeitpunkt der Suche speichert.

Problematisch an diesen Technologien ist vor allem, daß unter Umständen auch Daten wie die IP-Adresse Rückschlüsse auf eine Person zulassen. Wenn eine Person immer wieder mit der gleichen IP-Adresse sucht, lassen die gesammelten Suchbegriffe zudem weitreichende Schlüsse auf Interessen, Tätigkeiten und möglicherweise das Umfeld dieser Person zu. Zudem wird eine Person über die gespeicherten Cookies, die bei Bing und Google eine sehr lange Laufzeit haben, identifizierbar.

Viele Menschen sind trotz dieser Problematik auf Suchmaschinen angewiesen. Was kann man nun tun, um sich vor der Datensammelei zu schützen? Auf jeden Fall sollten Sie während der Suche in kein Bing-, Google- oder Facebook-Konto eingeloggt sein, um eine weitergehende Speicherung personenbezogener Daten zu vermeiden. Man kann zudem versuchen, über TOR oder andere Proxydienste die eigene IP-Adresse zu verschleiern. Zumindest Google blockiert jedoch teilweise Zugriffe über TOR-Server, weil es sie als automatisierte Zugriffe einstuft. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, in relevante Suchbegriffe beliebige andere einzustreuen, um die Datenbasis zu verwässern und so die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen zu erschweren. Last but not least können Sie Ihren Browser auch so konfigurieren, daß keine Cookies gespeichert werden, die Sie identifizierbar machen. Letztlich ist es aber auch Aufgabe der Suchmaschinenbetreiber, diese umfangreiche und langwierige Speicherung von Daten zumindest zu entschärfen.

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