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Die Polizeidirektion Hannover ist bei Facebook

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In einer Pressemitteilung gab die Polizeidirektion Hannover heute bekannt, zukünftig auch bei Facebook vertreten zu sein. Der Auftritt solle ausschließlich zur Verbreitung von Pressemitteilungen dienen. Anzeigen, Zeugenaussagen oder gar Notrufe sollen darüber nicht möglich sein.

Dieser Schritt ist zu begrüßen. Insbesondere für Angehörige von Vermißten könnte es Vertrauen schaffen, wenn die Polizei jetzt auch dieses Mittel zur Suche einsetzt. Damit kann auch verhindert werden, daß Angehörige auf eigene Faust suchen und dabei ungewollt Informationen freigeben, die einem potentiellen Täter in die Hände spielen könnten.
Wer jetzt vermutet, daß dies zu einer zunehmenden Überwachung innerhalb Facebooks führen könnte, liegt meines Erachtens falsch. Denn auch Polizeidienststellen haben auf Facebook nicht mehr Befugnisse als andere User oder Organisationen. Sie können also nur auf Daten zugreifen, die öffentlich zugänglich sind. Insofern darf man von solchen Auftritten auch nicht zuviel erwarten. Sie können die klassische Polizeiarbeit sicher nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Und wer sich Sorgen um seine Daten macht, sollte eher ein Auge auf Facebook selbst denn auf Facebook vertretene Polizeidienststellen werfen.

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5 Reaktionen zu “Die Polizeidirektion Hannover ist bei Facebook”

  1. Tweets that mention Die Polizeidirektion Hannover ist bei Facebook | Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0 -- Topsy.com

    [...] This post was mentioned on Twitter by Alexander Schestag and Gutenbyte, Alexander Schestag. Alexander Schestag said: [Blog] Die Polizeidirektion Hannover ist bei Facebook... http://fb.me/KH0ORAPa [...]

  2. Annette Schwindt

    Sicherlich ist der Schritt zu begrüßen, aber hier sind mind. zwei schwere Fehler begangen worden:

    1) geschäftliche Nutzung eines Profil (verstößt gegen Facebook-Richtlinen und kann unangekündigte Sperrung/Löschung nach sich ziehen) - richtig wäre hier eine offizielle Seite (Fanseite)

    2) Keine Interaktion erwünscht = Sinn und Funktionsweise von Facebook nicht verstanden und damit Präsenz von vornherein zur Wirkungslosigkeit verdammt.

    Facebook ist kein Einweg-Pressemitteilungskanal. Der Sinn an Facebook ist der aktive Dialog über eine Sache und dadurch das Weitersagen. Nur so gelangen Beiträge in den Newsfeed der Nutzer und werden überhaupt erst wahrgenommen. Wer Interaktion unterbindet, wird gar nicht erst gefunden.

    Und man hätte in der Pressemitteilung zumindest mal einen Link liefern sollen, WO denn diese neue Präsenz zu finden ist.

    Fazit: gut gemeint, aber völlig falsch umgesetzt, weil Grundlagen nicht verstanden.

  3. Alex

    Punkt 1) hatte ich beim Schreiben völlig übersehen. Das ist wirklich gut gemeint und falsch gemacht.

    Punkt 2) stimme ich nur zum Teil zu. Richtig ist natürlich, daß man Interaktionen in dem Sinne zulassen muß, daß die User die Mitteilungen überhaupt wahrnehmen können. Sprich, man sollte Fan einer Seite werden können.
    Für das Kommentieren und das Posten seitens der Fans auf der Pinnwand sieht das jedoch meiner Ansicht nach völlig anders aus. Das würde ich in dem Fall in der Tat komplett abschalten. Ein "Dialog" zwischen der Polizei und den Usern auf Facebook selbst ist hier nicht zielführend, sondern nur hinderlich, weil dann die Polizei nur noch damit beschäftigt ist, Facebookanfragen oder auch haufenweise Unsinn zu bearbeiten - oder eben die Erwartungen nicht erfüllen kann, weil auf Anfragen nicht angemessen reagiert werden kann. Aber warum sollte die Polizei diesen Kanal nicht trotzdem nutzen, um z. B. Vermißtenanzeigen oder Zeugenaufrufe zu schalten, und gleichzeitig darum bitten, sachdienliche Hinweise telefonisch der jeweiligen Dienststelle zu melden?

    Ich behaupte daher: Die gängigen Maßstäbe von Facebook als Dialog-Medium sind auf die Polizei nur insofern anwendbar, daß die Meldungen natürlich so erreichbar sein müssen, daß sie weitergesagt werden können, indem man Fan der Seite werden kann. Der aktive Dialog aber ist in diesem Fall auf Facebook selbst nicht wünschenswert, weil für die effektive Polizeiarbeit hinderlich. Das heißt aber im Umkehrschluß nicht, daß die Polizei das Medium nicht nutzen sollte.

  4. Annette Schwindt

    ad 2) Tja und da beißt sich die Katze in den Schwanz: Kommentieren und Liken kann man auf Seiten nicht abschalten.

    Wenn ein Dialog nicht erwünscht ist, dann ist eine Seite auch das falsche Medium. Dann sollte man vielleicht lieber mal die fürchterliche reguläre Website überarbeiten, dort die Mitteilungen weitersagbar reinstellen und auf eine eigene Facebook-Präsenz verzichten.

  5. Alex

    Ja, da hast du natürlich recht. Ein Like-Button wäre vielleicht sogar effektiver.

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