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Warum Facebooks Selbstmord-Notruf gut ist

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Seit das Internet populärer geworden ist, gibt es immer wieder Berichte, daß Menschen im Netz Selbstmordabsichten äußern. So auch auf Facebook. Facebook hat daher nun in Großbritannien eine Warnsystem eingeführt, mit dem Inhalte, die auf eine Selbstmordabsicht hinweisen, an Facebook gemeldet werden können. Facebook gibt dann die Kontaktdaten der betroffenen Person an eine Hilfsorganisation weiter.

Auslöser für die Initiative war der Selbstmord einer Britin im Januar. Erschreckend an diesem Fall ist vor allem, daß keiner ihrer Facebook-"Freunde", die in unmittelbarer Nähe wohnten, die Initiative ergriffen hat und ihr zu Hilfe gekommen ist.

Aber senkt nicht so ein System die Bereitschaft von Menschen, anderen in so einer schweren Situation zu helfen, sogar noch weiter? Nein, im Gegenteil. Ein solches System ist vielmehr gerade deswegen sehr begrüßenswert. Die Möglichkeit, auf Facebook einen Notruf abzuschicken, kann die Bereitschaft, einem Menschen mit Selbstmordabsichten zu helfen, erhöhen. Denn erfahrungsgemäß ist Suizid ein Thema, mit dem sich die meisten Menschen überfordert fühlen. Dies mag auch erklären, warum in dem oben genannten Fall niemand aus der näheren Umgebung zu Hilfe kam. Das Wissen, daß mit einem Notruf Menschen eingeschaltet werden können, die sich mit dem Thema auskennen, kann diese Überforderung abbauen. Facebook gibt selbst im Hilfebereich zudem Hinweise, wie man Selbstmordabsichten erkennen kann und was in einem solchen Fall zu tun ist. Leider sind die verlinkten Texte nur auf Englisch verfügbar. Dennoch ist der Umgang mit dieser schwierigen Thematik auf Facebook vorbildlich.

Nun mag man sich natürlich die Frage stellen, ob ein solches System zu sehr in die Selbstbestimmung und die Privatsphäre der betroffenen Menschen eingreift. Die Antwort darauf ist ganz klar nein. Denn in aller Regel ist eine öffentlich geäußerte Selbstmordabsicht als Hilferuf zu verstehen. Mit den richtigen Mitteln kann den Betroffenen daher oft sehr gut geholfen werden. Daher wäre es vielmehr unverantwortlich, Menschen in diesen Situationen nicht zu helfen. Facebook handelt in diesem Fall ganz richtig, und es ist zu hoffen, daß dieses Alarm-System bald auch in anderen Ländern zur Verfügung steht.

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5 Reaktionen zu “Warum Facebooks Selbstmord-Notruf gut ist”

  1. ch3ka

    und was nuetzt das, wenn man auf facebook fakedaten angegeben hat? was man ja wohl unstrittig in der regel tun sollte?

  2. App-Flash » Warum Facebooks Selbstmord-Notruf gut ist | Privatsphäre und …

    [...] den Originalbeitrag weiterlesen: Warum Facebooks Selbstmord-Notruf gut ist | Privatsphäre und … Medien zum Thema   Medien by [...]

  3. Alex

    @ch3ka Ui, du hier! *g*

    Sollte man unstrittig in der Regel? Es gibt viele gute Gründe, das nicht zu tun, sondern authentisch aufzutreten, und die wenigsten faken alle Daten. Aber dein Argument hat durchaus was für sich. Ich halte, wenn man denn überhaupt auf Facebook angemeldet sein will, Datensparsamkeit für sinnvoller als Fakedaten. So gebe ich z. B. auch nicht meine Postadresse in meinem privaten Profil an. Und in so einem Fall nützt dieser Notruf auch recht wenig.

  4. Gloria

    Tja ... ich habe auch weder meinen richtigen Namen noch irgendwelche relevanten Kontaktdaten angegeben. Da hilft einem dann auch das beste Therapeuten-Team nichts. Aber vielleicht kann damit immerhin dem einen oder anderen Lebensmüden geholfen werden. Better safe than sorry. Ist schon ne gute Einrichtung.

  5. Alex

    Daß das nix nützt, ist nicht ganz richtig, denn trotzdem kann die Organisation ja mit demjenigen über Facebook Kontakt aufnehmen - es sei denn, Facebook sperrt den Fake-Account gleich mal. Das wäre natürlich der Oberhammer.

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