Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0

Das Blog zur Beratung von DeinWeb - Ein Web für alle!

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Warum der TomTom-Vorfall kein Datenskandal ist

Send to Kindle

Heute kam heraus, daß der Navigationsgerätehersteller TomTom anonymisierte Bewegungsdaten an die niederländische Regierung verkauft hat, weil er davon ausging, daß die Daten zur Verbesserung des Straßennetzes verwendet würden. Stattdessen wurden sie dazu verwendet, dort Radarfallen aufzustellen, wo die gemessene Geschwindigkeit am höchsten war. Die Bewegungsdaten wurden anonymisiert auf freiwilliger Basis erhoben, die Funktion ist deaktivierbar.

Nun kursieren im Netz schon Artikel mit Titeln wie Neuer Datenskandal: TomTom verkauft Bewegungsprofile an Polizei. Ich wehre mich gegen solche Übertreibungen, weil es sich in ganz klar nicht um einen Datenskandal handelte - abgesehen davon, daß die Daten gar nicht an die Polizei verkauft wurden. Die Daten wurden, wie oben bereits gesagt, anonymisiert weitergegeben. Somit handelte es sich nicht mehr um personenbezogene Daten. Daß die Polizei die Daten anders verwendet hat als geplant, ist unschön, aber ein Problem zwischen TomTom und der niederländischen Regierung und absolut kein Datenskandal.

Generell sollte man nicht alles, was mit der Weitergabe von Daten zu tun hat, zum Datenskandal hochstilisieren. Es gibt genügend echte Datenskandale. Arbeitet man sich nun an solchen Nebenkriegsschauplätzen ab, wird diesen echten Datenskandalen Aufmerksamkeit entzogen und ihre Bedeutung geschmälert. Das darf nicht passieren.

Flattr this!

Facebook Share Twitter Share

24 Reaktionen zu “Warum der TomTom-Vorfall kein Datenskandal ist”

  1. A-L

    Sorry aber so sieht der Überwachungsstaat seine treuesten Büger gerne, wie Blauäugig ist das denn? Das ist ja wohl nicht ernst sonder wohl eher provokativ gemeint, oder ?

  2. Alex

    Doch, das meine ich völlig ernst. Wer hier den "Überwachungsstaat" sieht, sollte mal das Hysterie-Modul runterfahren und stattdessen das Hirn einschalten.

    Die Fakten:

    1. Bei der Einrichtung der TomTom-Geräte müssen die User der Datenweitergabe explizit zustimmen und können sie jederzeit abschalten.

    2. Sowohl die Datenweitergabe an TomTom wie auch an den niederländischen Staat erfolgte völlig anonymisiert! Sprich, aus Daten wie Zeit, Ort und Geschwindigkeit ist genau gar kein Rückschluß auf irgendwelche Personen möglich! Da wird also schlicht niemand überwacht! Daten wie Zeit, Ort und Geschwindigkeit fallen auch bei jeder stinknormalen Verkehrsdichtemessung an, die regelmäßig durchgeführt werden, um beispielsweise Ampelschaltungen zu optimieren. Darüber regt sich auch keiner auf, weil dabei ja auch keine Autokennzeichen erhoben werden, die es möglich machen würden, die Daten Personen zuzordnen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung aus der Kommunalpolitik, wo wir solche Daten ständig zu Gesicht bekommen. Wir wären froh, wenn wir Daten wie die von TomTom zur Verfügung gestellten zur Verfügung hätten, weil das verkehrsplanerische Maßnahmen wirklich erleichtern würde. Es ist völliger Blödsinn, hier jetzt lauthals "Überwachungsstaat" zu schreien! Und im übrigen sehe ich auch die Nutzung durch die Polizei für Geschwindigkeitskontrollen gar nicht mal negativ, da die Daten potentielle Gefahrenpunkte aufzeigen, ohne daß durch die Daten konkret irgendjemand identifizierbar wäre.

    Und jetzt hätte ich wirklich zu gern gewußt, wo meine Blauäugigkeit liegt, wenn ich es für Unsinn halte, bei einer Weitergabe von anonymisierten und nicht personenbezogenen Daten, die Kommunen bei verkehrsplanerischen Maßnahmen regelmäßig erheben, von "Daten-Skandal" und "Überwachungsstaat" zu reden. Auf die Argumentation bin ich wirklich gespannt! Einfach nur "Überwachungsstaat" zu schreien und anderen Blauäugigkeit zu unterstellen, ohne zu begründen, worin die Blauäugigkeit liegt und was das Ganze mit Überwachungsstaat zu tun haben soll, ist jedenfalls nicht unter sachlich argumentiert zu fassen.

  3. A-L

    @Alex
    Sorry , Du bist sicher auch ein Verfechter der Vorratsdatenspeicherung, leider kann man da nicht mehr von Hirn einschalten reden wenn man so argumentiert.

  4. Alex

    Nein, A-L, ich bin kein Verfechter der Vorratsdatenspeicherung. Seit ich netzpolitisch aktiv bin, kämpfe ich dagegen. Und die Vorratsdatenspeicherung mit dieser Sache zu vergleichen, ist unsinnig, weil die Daten, die bei der Vorratsdatenspeicherung anfallen, personenbezogen sind, also Personen zugeordnet werden können, was ja in dem Falle auch erwünscht ist. Die Daten, die TomTom weitergibt, kann die Polizei dagegen nicht Personen zuordnen! Sie sind anonymisiert! Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Nochmal: Solche anonymen Daten werden von Kommunen ständig erhoben, weil sie für die Verkehrsplanung zwingend notwendig sind!

    Ich finde es äußerst schwach, daß du einfach mit weiteren Vorwürfen nachlegst, anstatt deine Meinung auch nur mit einem einzigen Argument zu unterfüttern. Mehr als "Überwachungsstaats"-Geschrei und Vorwürfe gegen mich hast du nämlich bisher nicht zustande gebracht. Also bitte, jetzt mal Butter bei die Fische: Worin genau begründet sich hier die Überwachung? Welche Daten erhält der Staat, die es ihm ermöglichen, konkrete Personen zu überwachen und die über das hinausgehen, was an Daten bei jeder normalen verkehrsplanerischen Messung anfällt? Ich bin echt gespannt, was dir dazu einfällt. Aber ich gehe jede Wette ein: nichts.

  5. A-L

    Stimmt zwar das die Daten nicht direkt Personenbezogen sind bezogen sind trotzdem finde ich es nicht OK das Daten die von Usern kostenpflichtiger Dienste bei TomTom (immerhin bis zu 4,99€/monatl.)
    gegen die eigenen Kunden eingesetzt werden, es ist ja IMMER so gewesen das wo Daten anfallen und gespeichert werden auch direkt Mißbrauch betrieben wird, die Verkaufsabteilung bei TomTom ist bestimmt nicht so dumm das die nicht wissen das , wenn Daten an Behörden verkauft werden diese nicht auch von der Polizei genutzt werden, ich denke das haben die schon in Kauf genommen, nur das es rauskommt haben die nicht gewollt. Ich bin auch kein Verfechter von Raserei, die Daten wurden aber bewußt so eingesetzt das man nach Auswertung die Radarfallen da aufgestellt hat wo es sich lohnt, NICHT da wo Unfallschwerpunkte sind. GRUNDSÄTZLICH bin ich gegen jede Verwendung von Daten ohne das die User dem expizit zugestimmt haben (ich meine nun nicht versteckte Klauseln in AGB´s!)

    Verwendung von Daten ohne die ausdrückliche Zustimmung der User ist für mich ein Unding. Die Daten wurden meiner Meinung nach nicht zur Unfallvorsorge an Unfallschwerpunkten sonder zu reinen Abzocke genutzt. Das ärgert mich. Überwachung ist das auch wenn Daten dazu mißbraucht werden abzuzocken....

  6. Alex

    Nein, die Daten werden nicht gegen die eigenen User eingesetzt. Geschwindigkeitskontrollen dienen der Sicherheit und sind nie Abzocke. Somit wurden die Daten immer für die Bürger eingesetzt. Und das ist kein Datenschutzthema, denn hier wurde Sicherheit nicht gegen Datenschutz ausgespielt, weil die Daten keinen Personen zugeordnet werden konnten. Und die ausdrückliche Zustimmung der User für den Verkauf lag auch vor. Sie wurde während der Installation abgefragt und war mitnichten irgendwo in den AGB versteckt. Stell dir vor, Daten, die von Gemeinden zu verkehrsplanerischen Zwecken erhoben werden - übrigens auch, um Gefahrenpunkte zu ermitteln, mit der Konsequenz, daß dort zukünftig schärfer kontrolliert wird - werden ganz ohne die Zustimmung der dort passierenden Autofahrer erhoben. Von den Messungen bei Geschwindigkeitskontrollen ganz zu schweigen. Da fehlt jegliche Zustimmung, und die Daten sind auch noch personenbezogen. Ein unglaublicher Skandal, nicht wahr? 😉 Anders ausgedrückt: TomTom war hier gar nicht verpflichtet, die Zustimmung für die Weitergabe einzuholen, weil die Daten nicht personenbezogen weitergegeben wurden. Daß sie es trotzdem gemacht haben, ist ihnen hoch anzurechnen und vorbildlich. Ob das deinem Glauben nach Abzocke war, steht hier ebenfalls nicht zur Debatte, ebenso dein Glaube, daß TomTom um diese Verwendung wußte. Und das ist immer noch kein Datenschutzthema.

    Also, was war nochmal dein Argument, weswegen du mich als "treuesten Bürger des Überwachungsstaats" und Verfechter der Vorratsdatenspeicherung zu diffamieren beliebtest? Ich bin sehr belustigt ob dieser Nullaussagen.

    Ich bleibe dabei: Leute, die aus dieser Mücke einen Elefanten machen, schaden dem Datenschutz, weil echte Datenschutzskandale damit in den Hintergrund gedrängt werden.

  7. A-L

    Naja, entweder bist Du bei der Polizei oder bei Beamter bei entsprechender Behörde, anders läßt sich eine solche Einstellung nicht erklären, Geschwindigkeitskontrollen dienen nnatürlich NICHT der Abzocke, da verdient auch keiner was dran, auch den Osterhasen und den Weihnachtsmnann gubt es 😉

    Alles klar, ich beende das jetzt an dieser Stelle mal lieber

    Gruß und weiter schöne Träume

  8. A-L

    Ach ja und auch mal lesen,
    ich hebe geschrieben das ich JEDEN Gebruch von Daten ohen Zustimmung der User für Mißbrauch halte Herr Beamter...... 😉

  9. Alex

    Deine Vorurteile sind wirklich allerliebst. Daß jemand eine andere Meinung haben kann, die nicht vor Populismus nur so trieft, scheint manchen nur schwer vorstellbar zu sein. Ich bin kein Beamter und auch kein Polizist. Hättest du mein Blog aufmerksam gelesen, wüßtest du, daß ich selbständiger Unternehmer bin. Und natürlich sind Geschwindigkeitskontrollen keine Abzocke. Wer sich an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, kommt auch ans Ziel, und zwar sicherer als Raser. Wer das außerhalb einer gewissen Toleranzgrenze nicht tut, muß halt mit den Konsequenzen leben. Die Vorschriften sind bekannt, ebenso die Bußgelder und Strafen für ihre Übertretung. Deswegen ist es aberwitzig, deren Ahndung als Abzocke zu bezeichnen.

    Und das mit dem Lesen kann ich nur zurückgeben. Ich schrieb, daß die explizite Zustimmung der User vorlag und daß es sich dann immer noch nicht um ein Datenschutzproblem handelt, weil die Daten nicht personenbezogen sind. Mit nicht personenbezogenen Daten kann jeder tun und lassen, was er will, und zwar gänzlich ohne Zustimmung derjenigen, von denen er die Daten hat. Und das ist gut so. Daß du das anders siehst, ist in dem Fall irrelevant und macht die Geschichte weder zum Datenskandal, noch zum Ausdruck eines Überwachungsstaats.

  10. Anonymous

    >Geschwindigkeitskontrollen dienen der Sicherheit und sind nie Abzocke.

    Ha-ha. Du bist echt eine Karikatur deiner selbst. Informier dich mal über z.B. Düren und deren Finanzierungsmodelle. Und über Blitzanlagen und deren Finanzierung. Meine Güte, bevor Du hier selbst so rumflamst, solltest du erstmal selbst "das Hirn einschalten".
    Andererseits - hast du dir dein Geld, das du für diesen Artikel vielleicht bekommst, gut verdient.

  11. Alex

    Nochmal: Geschwindigkeitskontrollen sind keine Finanzierungsmodelle, sondern dienen der Verfolgung lebensgefährlicher Gesetzesübertretungen! Es ist doch ganz einfach: Wenn sich jeder an die Höchstgeschwindigkeit hält, verdient niemand was dabei, gleich, wo die Dinger stehen oder wer die Einnahmen bekommt! Bringen Sie also erst mal Ihr Logikmodul in Ordnung, ehe Sie hier anonym beleidigen und verleumden.

    Und nein, ich habe kein Geld für diesen Artikel bekommen.

  12. Harald 69

    Geschwindigkeitskontrollen sind im Grundgedanken keine Finanzierungsmodelle. Das problem dabei ist aber das einige Komunen (darunter auch die in der ich lebe) es jedoch zu einem haben werden lassen. Ein beispiel, wohne zwischen den Grosstätten Neuss Köln und Düsseldorf. Unter einer Autobahnbrücke der A57 wurden abgestellte Rohre für den Autobahnausbau mutwillig in brand gesetz. Die Brücke wurde daraufhin abgerissen und die Autobah mehrere Monate gesperrt (wurde auch im Rundfunk etliche male erwähnt), dadurch mussten sehr viele Pendler an unserem Ort vorbei, und siehe da, die Bundesstrasse von Tempo 100kmh auf 50kmh reduziert. Privatfirma für 2Monate zum Radarmessen an 7 Stellen angeworben und kräftig kassiert, die Nachbargemeinden haben nachgezogen und somit waren es direkt 11 Messwagen die jeden Tag an unserer achsogeliebten B9 es sich haben gut gehen lassen. Brücke fertig, Tempo 50kmh auf 100kmh zurück und Radarmessfirma wieder weg. In der lokalen Presse geprahlt das sie noch nie so ein vollen Sack mit Euronen in 2 Monaten hatten. Da merkte man serwohl das ums reine Abzocken ging (diese Region ist sogar für solches verhalten bekannt). Und in vielen Gemeinden macht sollches verhalten schule und ist nicht von der hand zu weisen.

  13. Harald 69

    WAR JA KLAR DAS DIE WAHRHEIT MAL WIEDER KEINER LESEN SOLL! "(SCREENSHOT SCHON GESTERN GEMACHT 😉 KOMMENTAR SOMIT ALS PIC VORHANDEN)" ÄNDERT ABER AN DEN TATSACEN NICHTS. ÄRMLICH, ERBÄRMLICH, UND BEAMTLICH ÜBERWACHT! WASS SONST -DW=DEUTSCHE WACHT- SOWAS GABS IN DER DDR JA AUCH SCHONMAL! VIEL SPASS UNTERBINDEN SOLCHER WAHRHEITSGETREUEN KOMMENTAREN NÜTZT NUR NICHTS. XD

  14. Alex

    @Harald69 Das hier ist ein privates Blog, und ich schalte Kommentare frei, wenn ich Zeit habe. Ich bitte Sie, Ihren unverschämten und beleidigenden Umgangston umgehend einzustellen. Danke.

  15. Damien5780

    Alex lebt wohl in irgendeiner Traumwelt, wie man das hier so Liest. 🙂

  16. Alex

    Ja, toll argumentiert, Damien. Respekt. So ausführliche Begründungen, warum ich in einer Traumwelt lebe, hauen mich doch glatt vom Hocker. 😉

  17. Damien5780

    Tja, da sieht man wieder, dass es welche gibt, die mit der "WAHREN REALITÄT" nicht viel am Hut haben(oder auch ausblenden). 😉 Und nich so lange liegen bleiben, schadet nur dem Rücken! 🙂

  18. Alex

    Ach, Damien... Haben Sie denn auch was zum Thema beizutragen? Wo sind Ihre Sachargumente? Ich finde auch nach zehnmaligem Lesen Ihrer Kommentare keine. Und was ist für Sie die "wahre Realität"? Welche philosophischen Ansätze liegen Ihrer Definition von "wahrer Realität" zugrunde? Ich bin Konstruktivist und bestreite daher die Existenz einer "wahren Realität". Was haben Sie dem entgegenzusetzen? Ich bin gespannt auf erste Argumente. 😉

  19. HansHansGo

    Text zur Informationsfreigabe von TOMTOM

    Wir möchten einige Informationen über Ihre Verwendung dieses Navigationsgerätes sammeln.
    Die Informationen werden auf dem Gerät gespeichert, bis wir sie abrufen.
    Wir nutzen diese anonymen Daten, um unsere Produkte und Dienste zu verbessern.
    Möchten Sie uns dabei unterstützen und dies zulassen?

    Also, dort steht nich beschrieben das Polizei oder ähnlichen Berhörden zugriff darauf haben werden. Ergo ist dies ein Skandal weil täuschung (auch wenn man diesen den Dienst deaktivieren kann).

  20. Alex

    @HansHansGo wo genau sehen Sie den Datenskandal bei der Weitergabe anonymer Daten? Anonyme, also nicht personenbezogene Daten darf jeder erheben und weitergeben, wie er lustig ist, und - jetzt müssen Sie sehr tapfer sein - das darf jeder sogar ohne Ihre Zustimmung! Daß TomTom darauf hinweist und die Möglichkeit gibt, das zu deaktivieren, ist also gar nicht erforderlich, sondern reine Kulanz! Das ist somit von einem Skandal und einer Täuschung ganz weit entfernt!

  21. HansHansGo

    Sowas hat man UNS in der DDR auch Täglich weiss machen wollen, Am Ende hats nur nichts gebracht.
    Und wir waren SEHR TAPFER damals.
    Aber soetwas kennen Sie ja nicht, sonst hätten sie diesen Thread schon längst geschlossen.

  22. Alex

    Mit Verlaub, hier geht es um die sachliche Diskussion bekannter Fakten. Wenn Sie Beweise dafür haben, daß TomTom personenbezogene Daten weitergegeben hat, dann präsentieren Sie diese bitte. Ansonsten unterlassen Sie bitte unsachliche Vergleiche mit Diktaturen und Verschwörungstheorien. Danke.

  23. xenman

    "Nochmal: Geschwindigkeitskontrollen sind keine Finanzierungsmodelle, sondern dienen der Verfolgung lebensgefährlicher Gesetzesübertretungen"

    Ach. Weshalb sind die Einnahmen dann bereits ein Jahr im Voraus, also lange bevor die Ordnungswidrigkeiten (das sind gar keine Gesetze...) begangen wurden, im kommunalen Haushalt eingeplant? Die Ordnungswidrigkeiten werden regelrecht vorausgeplant...

    Auch platzieren einige Kommunen stationäre Überwachungsgeräte auch nicht vor Schulen, wo sie ja durchaus Sinn machen würden, sondern eben an Stellen, an denen es besonders lukrativ erscheint, z.B. an Ortsausfallstraßen von Industriegebieten, unmittelbar vor dem Ortsendeschild?

  24. Alex

    "Ach. Weshalb sind die Einnahmen dann bereits ein Jahr im Voraus, also lange bevor die Ordnungswidrigkeiten (das sind gar keine Gesetze...) begangen wurden, im kommunalen Haushalt eingeplant?"

    Weil es der Sinn und Zweck eines kommunalen Haushalts ist, solche Einnahmen zu schätzen. Anders ist eine realistische Haushaltsplanung einer Kommune gar nicht möglich, weil ich nämlich nur dann auch Geld investieren kann, wenn ich ungefähr weiß, wieviel ich zur Verfügung habe. Dazu muss ich manche nicht fixen Einnahmen halt schätzen. Die realen Einnahmen solcher Haushaltsposten können natürlich davon abweichen. Mit Steuereinnahmen wie Gewerbesteuern ist es dasselbe. Da ist rein gar nichts Verschwörungstheoretisches oder Konspiratives dran. Das sind ganz normale haushaltsrechtliche Vorgänge. Dass das Schätzungen sind, erkennt man z. B. daran, dass sie im Haushalt mit "Plan" benannt und den tatsächlichen Einnahmen der Vorjahre mit "Ergebnis" gegenübergestellt werden.

    Kurz: Das muss so, auch rein haushaltsrechtlich. Das darfst du mir jetzt einfach mal glauben. Ich bin nämlich Stadtrat und darf mich mit solchen Dingen auseinandersetzen. In vielen Kommunen sind es übrigens sogar zwei Jahre. Wir haben auch einen Doppelhaushalt.

    "Auch platzieren einige Kommunen stationäre Überwachungsgeräte auch nicht vor Schulen, wo sie ja durchaus Sinn machen würden, sondern eben an Stellen, an denen es besonders lukrativ erscheint, z.B. an Ortsausfallstraßen von Industriegebieten, unmittelbar vor dem Ortsendeschild?"

    Sicher mag man die Geschwindigkeitskontrollen einzelner Kommunen in ihrer Sinnhaftigkeit kritisieren, das ändert aber nichts an der generellen Richtigkeit meiner Aussage.

Einen Kommentar schreiben - Alle Angaben bis auf den Kommentar sind freiwillig. Anonyme Kommentare werden immer moderiert

Copyright © 2021 by: DeinWeb - Ein Web für alle! • Template by: BlogPimp Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.
Twitter-Button: IconTexto, http://icontexto.blogspot.com/