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Die Sache mit den Pseudonymen: Eine Chance für Google+

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Derzeit sperrt Google+ bereits in der Testphase Accounts, die unter einem Pseudonym und nicht unter ihrem (vermeintlichen) Klarnamen angemeldet sind. Im Netz ist darüber eine heiße Diskussion entbrannt. Ich möchte hier kurz ein paar Positionen darstellen und meine eigene Einschätzung zu der Angelegenheit abgeben.

Da ist einmal die rechtliche Seite. Darf Google+ das überhaupt? Thomas Stadler hält in seinem Blog fest, daß das "rechtlich problematisch" ist, da das Telemediengesetz die Möglichkeit zur pseudonymen Nutzung von Diensten zwingend vorschreibt.

Der gesperrte User "Ennomane", dessen Sperrung die Diskussion stark befeuert hat, weist in dem oben verlinkten Artikel auf eine Diskrepanz zwischen den Community-Richtlinien von Google und einem Artikel vom 24. Februar dieses Jahres hin. Im Februar hatte Google im eigenen Blog noch "the freedom to be who you want to be", also die Freiheit, der zu sein, der man sein möchte, hochgehalten, jetzt gilt das anscheinend auf einmal nicht mehr.

Die Reaktion der Community deutet ebenfalls an, daß viele das nicht in Ordnung finden. Einige rufen bereits dazu auf, jetzt erst recht Pseudonyme auf Google+ zu verwenden.

In diesem Punkt zeigt sich der Unterschied zum bisher größten Social Network Facebook. Hier werden Pseudonyme zwar gelegentlich genutzt und gelegentlich auch pseudonyme Profile gesperrt, aber dies erregt nie großes Aufsehen. Sicherlich ist dies auch der mittlerweile gigantischen Größe von Facebook mit über 750 Millionen Usern geschuldet. Selbst wenn dort einige tausend User wegen einer Sache auf die Barrikaden gehen, juckt das niemanden. Bei Google+ ist das anders. Google+ möchte Facebook ernsthaft Konkurrenz machen, befindet sich aber noch in der Testphase und muß sich erst beweisen. Es besteht durchaus die Gefahr, daß das Projekt, Facebook ernsthaft Konkurrenz zu machen, schon in dieser Anfangsphase am Widerstand der User scheitert. Das passiert aber nur, wenn Google+ den gleichen Fehler macht wie Facebook und nicht auf seine User hört. Jetzt aber ist es noch nicht zu spät. Google+ hat noch die Chance zu lernen und Dinge zu verändern. Und es hat die Chance, es dabei besser zu machen als Facebook, das viel zu schwerfällig und vor allem gegenüber seinen Usern viel zu ignorant geworden ist. Ich bin sogar der Meinung, daß Google+ nur dann die Chance hat, Facebook ernsthaft anzugreifen, wenn es vermehrt auf seine User hört. Denn das ist meiner Erfahrung nach einer der Hauptkritikpunkte von Usern an Facebook. Macht Google+ das besser, kann das ein Wettbewerbsvorteil sein. Behandelt Google+ seine User jedoch von Anfang an genauso ignorant wie Facebook, werden viele dagegen keinen Anreiz sehen, sich dort anzumelden.

Aber auch wir User können dabei lernen. Wir müssen uns frühzeitig zu Wort melden und bei Bedarf möglichst vielstimmig Veränderungen fordern, vor allem im Bereich Datenschutz und Privatsphäre. Ein Anfang ist hier gemacht. Dabei ist es wichtig, auch immer wieder auf gesetzliche Verpflichtungen hinzuweisen und zu betonen, daß ein Verstoß dagegen von der Community nicht hingenommen wird. Man muß Google dabei auch auf Diskrepanzen zu eigenen frühere Äußerungen hinweisen, wie "Ennomane" das getan hat. So muß es weitergehen.

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Der gesperrte User "Ennomane", dessen Sperrung die Diskussion stark befeuert hat, weist in dem oben verlinkten Artikel auf eine Diskrepanz zwischen den Community-Richtlinien von Google und einem Artikel vom 24. Februar dieses Jahres hin. Im Februar hatte Google im eigenen Blog noch "the freedom to be who you want to be", also die Freiheit, der zu sein, der man sein möchte, hochgehalten, jetzt gilt das anscheinend auf einmal nicht mehr.

Die Reaktion der Community deutet ebenfalls an, daß viele das nicht in Ordnung finden. Einige rufen bereits dazu auf, jetzt erst recht Pseudonyme auf Google+ zu verwenden.

In diesem Punkt zeigt sich der Unterschied zum bisher größten Social Network Facebook. Hier werden Pseudonyme zwar gelegentlich genutzt und gelegentlich auch pseudonyme Profile gesperrt, aber dies erregt nie großes Aufsehen. Sicherlich ist dies auch der mittlerweile gigantischen Größe von Facebook mit über 750 Millionen Usern geschuldet. Selbst wenn dort einige tausend User wegen einer Sache auf die Barrikaden gehen, juckt das niemanden. Bei Google+ ist das anders. Google+ möchte Facebook ernsthaft Konkurrenz machen, befindet sich aber noch in der Testphase und muß sich erst beweisen. Es besteht durchaus die Gefahr, daß das Projekt, Facebook ernsthaft Konkurrenz zu machen, schon in dieser Anfangsphase am Widerstand der User scheitert. Das passiert aber nur, wenn Google+ den gleichen Fehler macht wie Facebook und nicht auf seine User hört. Jetzt aber ist es noch nicht zu spät. Google+ hat noch die Chance zu lernen und Dinge zu verändern. Und es hat die Chance, es dabei besser zu machen als Facebook, das viel zu schwerfällig und vor allem gegenüber seinen Usern viel zu ignorant geworden ist. Ich bin sogar der Meinung, daß Google+ nur dann die Chance hat, Facebook ernsthaft anzugreifen, wenn es vermehrt auf seine User hört. Denn das ist meiner Erfahrung nach einer der Hauptkritikpunkte von Usern an Facebook. Macht Google+ das besser, kann das ein Wettbewerbsvorteil sein. Behandelt Google+ seine User jedoch von Anfang an genauso ignorant wie Facebook, werden viele dagegen keinen Anreiz sehen, sich dort anzumelden.

Aber auch wir User können dabei lernen. Wir müssen uns frühzeitig zu Wort melden und bei Bedarf möglichst vielstimmig Veränderungen fordern, vor allem im Bereich Datenschutz und Privatsphäre. Ein Anfang ist hier gemacht. Dabei ist es wichtig, auch immer wieder auf gesetzliche Verpflichtungen hinzuweisen und zu betonen, daß ein Verstoß dagegen von der Community nicht hingenommen wird. Man muß Google dabei auch auf Diskrepanzen zu eigenen frühere Äußerungen hinweisen, wie "Ennomane" das getan hat. So muß es weitergehen.

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