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Wenn Gratis-Hoster Code verändern

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Heute wurde ich durch Zufall mit etwas konfrontiert, was mir bisher auch noch nicht untergekommen ist und was ich hochgradig bedenklich finde. Bei der Durchsicht von Code für einen Facebook-iframe-Tab auf der Suche nach der Lösung für ein ganz anderes Problem fiel dem Autor des Codes ein JavaScript-Codeschnippsel auf, von dem er sich nicht erinnern konnte, es in seinen Code eingebaut zu haben.

Ein näherer Blick auf den Code führte schnell zu der Erkenntnis, daß es sich um Tracking-Code von Google Analytics handelte, der sich hier findet. Aber wie kam dieser Codeschnippsel in den Code des Autors? Hatte der Autor etwa nur vergessen, daß er den Code eingebaut hatte? Letztlich fiel der Verdacht auf den Gratis-Hoster des Kunden, funpic.de.

Aber kann es sich ein Hoster wirklich erlauben, Code von Kunden eigenmächtig zu verändern? Er kann offensichtlich, wie ich mittels eines Tests mit einem eigenen Test-Account feststellen mußte. Auch bei mir erschien der Tracking-Code von Google Analytics im Code, ohne daß ich ihn selbst hinzugefügt hatte.

Ich halte dieses Vorgehen aus mehreren Gründen für hochproblematisch.
Erstens hat ein Hoster, auch wenn er kostenlos hostet, den Code, den der Kunde hochlädt, meines Erachtens grundsätzlich nicht anzufassen! Ich bin kein Jurist und enthalte mich daher an dieser Stelle einer Diskussion möglicher rechtlicher Implikationen und Folgen eines solchen Verhaltens für den den Code verändernden Hoster. Tatsache ist jedoch, daß der Hoster an keiner Stelle über diese Veränderung des Codes informiert. Das macht die Sache nicht besser.
Zweitens ist ein Kunde eventuell nicht in der Lage, zu überblicken, was für ein Code da eingefügt wird. In diesem Fall handelt es sich "nur" um Tracking-Code von Google Analytic. Aber es ginge selbstverständlich auch anders. Daher ist ein solches Verhalten im Sinne eines guten Vertrauensverhältnisses zwischen Kunde und Hoster grundsätzlich tabu.
Drittens wird dem Code des Kunden hier ohne sein Wissen weiterer Code hinzugefügt, der für den Kunden mit rechtlichen Verpflichtungen verbunden ist. Die Verwendung von Google Analytics bedarf mindestens einer Datenschutzerklärung und ist nach Meinung einiger Datenschützer in Deutschland mit wenigen Ausnahmen gar ganz unzulässig. Es ist extrem problematisch, wenn ein Hoster dann diesen Tracking-Code heimlich, still und leise in den Code des Kunden einbaut und diesen darüber im Unklaren läßt, obwohl der Kunde als Verantwortlicher Websitebetreiber letztlich zunächst einmal die unter Umständen unangenehmen Folgen für dieses Tracking und die dann natürlich fehlende Aufklärung der Besucher zu tragen hätte.

Alles in allem hat mich dieses Gebaren, mit Code von Kunden umzugehen, entsetzt, und ich hätte nicht gedacht, daß es sowas wirklich gibt.

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2 Reaktionen zu “Wenn Gratis-Hoster Code verändern”

  1. You don't know me

    Punkte 1/2 fallen wohl unteryou get what you paid for. Aber Punkt 3 ist das schlagende Argument gegen diesen speziellen Code.

  2. Alex

    Nein. Denn das Grundproblem dieses Verhaltens, das unabhängig vom speziellen Code ist, steckt in Punkt 1, nämlich der Aspekt, daß der User nicht darüber informiert, geschweige denn um Erlaubnis gefragt wird. Nur dann hat m. E. der Hoster das Recht, den Code zu verändern, etwa um Werbung zu schalten. Das ist ja durchaus üblich. Aber so geht das nicht, gleich, ob man dafür zahlt oder nicht. Daß der Tracking-Code nochmal besondere Probleme bereitet, ist meiner Meinung nach sogar nur ein Nebenaspekt.

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Ein näherer Blick auf den Code führte schnell zu der Erkenntnis, daß es sich um Tracking-Code von Google Analytics handelte, der sich hier findet. Aber wie kam dieser Codeschnippsel in den Code des Autors? Hatte der Autor etwa nur vergessen, daß er den Code eingebaut hatte? Letztlich fiel der Verdacht auf den Gratis-Hoster des Kunden, funpic.de.

Aber kann es sich ein Hoster wirklich erlauben, Code von Kunden eigenmächtig zu verändern? Er kann offensichtlich, wie ich mittels eines Tests mit einem eigenen Test-Account feststellen mußte. Auch bei mir erschien der Tracking-Code von Google Analytics im Code, ohne daß ich ihn selbst hinzugefügt hatte.

Ich halte dieses Vorgehen aus mehreren Gründen für hochproblematisch.
Erstens hat ein Hoster, auch wenn er kostenlos hostet, den Code, den der Kunde hochlädt, meines Erachtens grundsätzlich nicht anzufassen! Ich bin kein Jurist und enthalte mich daher an dieser Stelle einer Diskussion möglicher rechtlicher Implikationen und Folgen eines solchen Verhaltens für den den Code verändernden Hoster. Tatsache ist jedoch, daß der Hoster an keiner Stelle über diese Veränderung des Codes informiert. Das macht die Sache nicht besser.
Zweitens ist ein Kunde eventuell nicht in der Lage, zu überblicken, was für ein Code da eingefügt wird. In diesem Fall handelt es sich "nur" um Tracking-Code von Google Analytic. Aber es ginge selbstverständlich auch anders. Daher ist ein solches Verhalten im Sinne eines guten Vertrauensverhältnisses zwischen Kunde und Hoster grundsätzlich tabu.
Drittens wird dem Code des Kunden hier ohne sein Wissen weiterer Code hinzugefügt, der für den Kunden mit rechtlichen Verpflichtungen verbunden ist. Die Verwendung von Google Analytics bedarf mindestens einer Datenschutzerklärung und ist nach Meinung einiger Datenschützer in Deutschland mit wenigen Ausnahmen gar ganz unzulässig. Es ist extrem problematisch, wenn ein Hoster dann diesen Tracking-Code heimlich, still und leise in den Code des Kunden einbaut und diesen darüber im Unklaren läßt, obwohl der Kunde als Verantwortlicher Websitebetreiber letztlich zunächst einmal die unter Umständen unangenehmen Folgen für dieses Tracking und die dann natürlich fehlende Aufklärung der Besucher zu tragen hätte.

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    Punkte 1/2 fallen wohl unteryou get what you paid for. Aber Punkt 3 ist das schlagende Argument gegen diesen speziellen Code.

  2. Alex

    Nein. Denn das Grundproblem dieses Verhaltens, das unabhängig vom speziellen Code ist, steckt in Punkt 1, nämlich der Aspekt, daß der User nicht darüber informiert, geschweige denn um Erlaubnis gefragt wird. Nur dann hat m. E. der Hoster das Recht, den Code zu verändern, etwa um Werbung zu schalten. Das ist ja durchaus üblich. Aber so geht das nicht, gleich, ob man dafür zahlt oder nicht. Daß der Tracking-Code nochmal besondere Probleme bereitet, ist meiner Meinung nach sogar nur ein Nebenaspekt.

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