Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0

Das Blog zur Beratung von DeinWeb - Ein Web für alle!

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Warum Animated GIFs (nicht nur) auf Google+ gefährlich sein können

Send to Kindle

In den Frühzeiten des Web wurden Animated GIFs häufig in Form kleiner, animierter Icons wie dem berühmten laufenden Hund auf privaten Websites eingesetzt. Schnell waren sie jedoch verpönt, weil sie als Spielerei galten. Auf seriösen Websites war an ihren Einsatz schon bald nicht mehr zu denken. Mittlerweile ist das anders.

Auf Google+ erleben Animated GIFs derzeit ein Revival. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um kleine Icons, auf denen sich ein Männchen oder ein Hund bewegt, sondern um großflächige Bilder mit teilweise psychedelischen Morphing-Effekten, also sehr schnellen, fließenden Übergängen zwischen verschiedenen Bildern.

Für manche User stellen diese Bilder eine Gefahr dar. Schon seit einiger Zeit ist bekannt, daß Computeranimationen, etwa in Computerspielen, bei Menschen, die unter Epilepsie leiden, einen Anfall auslösen können. Computerspiele müssen daher mittlerweile mit Epilepsie-Warnungen versehen werden.

Daß diese Überlegungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2008. Damals wurde ein Forum für Menschen, die unter Epilepsie leiden, angegriffen und dort Animationen gepostet, die bei einigen Betroffenen Anfälle auslösten. Es handelte sich auch in diesem Fall um Animated GIFs, und viele GIFs, die man derzeit auf Google+ findet, enthalten Hell-Dunkel-Wechsel, schnell wechselnde Farbkombinationen und Muster, die Anfälle möglicherweise auslösen können. Insbesonsdere die Tatsache, daß diese Animationen völlig ohne Vorwarnung im Stream eines Users auftauchen, ist dabei gefährlich.

Aus diesem Grund sollte sich jeder überlegen, ob es wirklich notwendig ist, solche Bilder auf Google+ zu posten. In Ihren Kreisen könnten sich User befinden, die unter Epilepsie leiden - vielleicht auch, ohne es zu wissen.

Flattr this!

Facebook Share Twitter Share

10 Reaktionen zu “Warum Animated GIFs (nicht nur) auf Google+ gefährlich sein können”

  1. Mühsam

    YMMD!

  2. Alex

    Geht's auch etwas genauer? 😉

  3. Anonymous

    Also jetzt mal angenommen, dieser blogpost ist ernstgemeint, wäre es ein schönes Beispiel für die abseitigen Themen, durch die sich Datenschützer uns solche die es sein wollen ins Abseits schießen. Mal abgesehen von der Frage, was dies mit Privacy zu tun hat ...

  4. Alex

    Dieses Blogpost ist ernst gemeint. Ich bezeichne mich nicht als Datenschützer, und natürlich hat das Thema nichts mit Datenschutz zu tun, aber mit Privatsphäre schon, wenn auch indirekt. Zur Privatsphäre gehört nämlich auch, daß man im Netz nicht zwingend über alle Krankheiten redet. Deswegen halte ich es für wichtig, Menschen darüber aufzuklären, daß es dieses Phänomen gibt, auch wenn Betroffene nicht darüber reden, und daß man selbst dazu beitragen kann, Menschen hier nicht ins offene Messer laufen zu lassen. Wenn Sie es als "ins Abseits schießen" interpretieren, daß man vor dieser für die Betroffenen potentiell lebensbedrohlichen Gefährdung warnt, ist das bedauerlich und unverständlich. Es gibt lächerliche Themen rund um die Privatsphäre als der Appell, auf mögliche gesundheitsgefährdende Dinge im Netz Rücksicht zu nehmen. Es gibt kein höheres Gut als das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Wer das nicht zur Privatsphäre dazurechnet, hat eine sehr eingeschränkte Sicht derselben, wie ich finde. Die physische und psychische Integrität eines Menschen und der Schutz davor, daß andere diese psychische und physische Integrität verletzen, ist sozusagen der Kern einer intakten Privatsphäre. Was daran abseitig sein soll, müssen Sie mir erklären können. Ich bin gespannt.

  5. Frank Herberg

    Ich meine, man sollte hektisch-wechselnde kontrastreiche Bilder eh nicht verwenden, ich fliehe von solchen Seiten auch als gesunder Mensch.

    Ansonsten sollte das Problem aber auf User-Seite gelöst werden (z.B. Browser-Plugin) denn der Epileptiker muss ja immer damit rechnen, dass etwas im Netz einen Anfall triggert.

  6. Alex

    Sehe ich an sich genauso. Dafür ist aber Voraussetzung, daß ein entsprechendes Tool existiert. Gibt es ein Plugin, das ausschließlich animierte GIFs blockt und keine sonstigen, statischen Bilder? Mir ist keines bekannt. Allerdings kann man es zumindest im Firefox über die Einstellungen lösen, wie hier beschrieben wird: http://kb.mozillazine.org/Firefox_:_Tips_:_Animated_Images. Zum Chrome finde ich nur Tips, wie man die Animation temporär stoppen kann, aber nicht für alle Bilder und im Voraus.

  7. Carsten

    Erinnert mich ein bisschen daran, dass zu Beginn des 20. Jhd. auch vor den schädlichen Folgen hoher Geschwindigkeiten über 20 km/h in Eisenbahnen gewarnt wurde.

    Funde auch, dass die Leute um Thilo Weichert sich in ihren Kernthemen schon ausreichend ins digitale Abseits bewegen, da braucht es solche Warnungen nicht. Aber irgendwas musste ja an Google+ auszusetzen sein...

  8. Alex

    Der Vergleich mit der Eisenbahn hinkt, weil das damals ein reines Vorurteil war. Daß diese visuellen Effekte Anfälle auslösen können, ist längst wissenschaftlich belegt. Vielleicht sollten Sie sich mal ein bißchen mit dem Krankheitsbild Epilepsie und mit Neurologie befassen, ehe Sie solch hanebüchenen Vergleiche anstellen. Und warum braucht es solche Warnungen nicht? Ich sag's gern nochmal: Epileptische Anfälle sind potentiell lebensbedrohliche Zustände. Außerdem ging es hier nicht um Google+, sondern primär um diese Art von Animated GIFs. Aber in sozialen Netzwerken erwarte ich schon so viel Sozialverhalten, daß man nicht in Kauf nimmt, Menschen mit seinem Verhalten gesundheitliche Schäden zuzufügen. Aber ich täusche mich wohl. Klar, wer nicht betroffen ist, braucht die Warnungen nicht. Aber ist das Wort Rücksicht in unserer Welt vielleicht noch ein Begriff? Offenbar nicht. Und das ist dann wahrlich das Gegenteil von Social Media. Social Media ist nur so sozial, wie wir es zulassen. Dabei ist es völlig egal, welcher Anbieter dahintersteckt.

  9. Anonymous

    Nur sehr wenige Epilepsiekranke sind fotosensibel (die Anfälle werden durch Lichtblitze ausgelöst). Das Problem sollte also nicht allzu groß sein...

    Wer keine Animationen von Grafiken sehen will, kann zumindest beim Firefox dies abstellen. Leider ist die Einstellung mittlerweile unter 'about:config' zu finden, aber immerhin. Eine genaue Beschreibung ist auf der Seite: http://kb.mozillazine.org/Animated_images zu finden...

  10. Alex

    Ja, auf die Möglichkeit, das im Firefox abzustellen, habe ich in einem anderen Kommentar auch schon hingewiesen. Leider geht das in anderen Browsern wohl nicht oder nicht so einfach.

    Daß die Photosensibilität als Auslöser eher selten ist, ist richtig. Wenn aber bei Computerspielen davor gewarnt wird, ist es, glaube ich, nicht falsch, auch in diesem Zusammenhang nochmal auf das Risiko hinzuweisen.

Einen Kommentar schreiben - Alle Angaben bis auf den Kommentar sind freiwillig. Anonyme Kommentare werden immer moderiert

Copyright © 2021 by: DeinWeb - Ein Web für alle! • Template by: BlogPimp Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.
Twitter-Button: IconTexto, http://icontexto.blogspot.com/

Warum Animated GIFs (nicht nur) auf Google+ gefährlich sein können | Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0

Privatsphäre und Datenschutz im Web 2.0

Das Blog zur Beratung von DeinWeb - Ein Web für alle!

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Warum Animated GIFs (nicht nur) auf Google+ gefährlich sein können

Send to Kindle

In den Frühzeiten des Web wurden Animated GIFs häufig in Form kleiner, animierter Icons wie dem berühmten laufenden Hund auf privaten Websites eingesetzt. Schnell waren sie jedoch verpönt, weil sie als Spielerei galten. Auf seriösen Websites war an ihren Einsatz schon bald nicht mehr zu denken. Mittlerweile ist das anders.

Auf Google+ erleben Animated GIFs derzeit ein Revival. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um kleine Icons, auf denen sich ein Männchen oder ein Hund bewegt, sondern um großflächige Bilder mit teilweise psychedelischen Morphing-Effekten, also sehr schnellen, fließenden Übergängen zwischen verschiedenen Bildern.

Für manche User stellen diese Bilder eine Gefahr dar. Schon seit einiger Zeit ist bekannt, daß Computeranimationen, etwa in Computerspielen, bei Menschen, die unter Epilepsie leiden, einen Anfall auslösen können. Computerspiele müssen daher mittlerweile mit Epilepsie-Warnungen versehen werden.

Daß diese Überlegungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2008. Damals wurde ein Forum für Menschen, die unter Epilepsie leiden, angegriffen und dort Animationen gepostet, die bei einigen Betroffenen Anfälle auslösten. Es handelte sich auch in diesem Fall um Animated GIFs, und viele GIFs, die man derzeit auf Google+ findet, enthalten Hell-Dunkel-Wechsel, schnell wechselnde Farbkombinationen und Muster, die Anfälle möglicherweise auslösen können. Insbesonsdere die Tatsache, daß diese Animationen völlig ohne Vorwarnung im Stream eines Users auftauchen, ist dabei gefährlich.

Aus diesem Grund sollte sich jeder überlegen, ob es wirklich notwendig ist, solche Bilder auf Google+ zu posten. In Ihren Kreisen könnten sich User befinden, die unter Epilepsie leiden - vielleicht auch, ohne es zu wissen.

Flattr this!

Facebook Share Twitter Share

10 Reaktionen zu “Warum Animated GIFs (nicht nur) auf Google+ gefährlich sein können”

  1. Mühsam

    YMMD!

  2. Alex

    Geht's auch etwas genauer? 😉

  3. Anonymous

    Also jetzt mal angenommen, dieser blogpost ist ernstgemeint, wäre es ein schönes Beispiel für die abseitigen Themen, durch die sich Datenschützer uns solche die es sein wollen ins Abseits schießen. Mal abgesehen von der Frage, was dies mit Privacy zu tun hat ...

  4. Alex

    Dieses Blogpost ist ernst gemeint. Ich bezeichne mich nicht als Datenschützer, und natürlich hat das Thema nichts mit Datenschutz zu tun, aber mit Privatsphäre schon, wenn auch indirekt. Zur Privatsphäre gehört nämlich auch, daß man im Netz nicht zwingend über alle Krankheiten redet. Deswegen halte ich es für wichtig, Menschen darüber aufzuklären, daß es dieses Phänomen gibt, auch wenn Betroffene nicht darüber reden, und daß man selbst dazu beitragen kann, Menschen hier nicht ins offene Messer laufen zu lassen. Wenn Sie es als "ins Abseits schießen" interpretieren, daß man vor dieser für die Betroffenen potentiell lebensbedrohlichen Gefährdung warnt, ist das bedauerlich und unverständlich. Es gibt lächerliche Themen rund um die Privatsphäre als der Appell, auf mögliche gesundheitsgefährdende Dinge im Netz Rücksicht zu nehmen. Es gibt kein höheres Gut als das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Wer das nicht zur Privatsphäre dazurechnet, hat eine sehr eingeschränkte Sicht derselben, wie ich finde. Die physische und psychische Integrität eines Menschen und der Schutz davor, daß andere diese psychische und physische Integrität verletzen, ist sozusagen der Kern einer intakten Privatsphäre. Was daran abseitig sein soll, müssen Sie mir erklären können. Ich bin gespannt.

  5. Frank Herberg

    Ich meine, man sollte hektisch-wechselnde kontrastreiche Bilder eh nicht verwenden, ich fliehe von solchen Seiten auch als gesunder Mensch.

    Ansonsten sollte das Problem aber auf User-Seite gelöst werden (z.B. Browser-Plugin) denn der Epileptiker muss ja immer damit rechnen, dass etwas im Netz einen Anfall triggert.

  6. Alex

    Sehe ich an sich genauso. Dafür ist aber Voraussetzung, daß ein entsprechendes Tool existiert. Gibt es ein Plugin, das ausschließlich animierte GIFs blockt und keine sonstigen, statischen Bilder? Mir ist keines bekannt. Allerdings kann man es zumindest im Firefox über die Einstellungen lösen, wie hier beschrieben wird: http://kb.mozillazine.org/Firefox_:_Tips_:_Animated_Images. Zum Chrome finde ich nur Tips, wie man die Animation temporär stoppen kann, aber nicht für alle Bilder und im Voraus.

  7. Carsten

    Erinnert mich ein bisschen daran, dass zu Beginn des 20. Jhd. auch vor den schädlichen Folgen hoher Geschwindigkeiten über 20 km/h in Eisenbahnen gewarnt wurde.

    Funde auch, dass die Leute um Thilo Weichert sich in ihren Kernthemen schon ausreichend ins digitale Abseits bewegen, da braucht es solche Warnungen nicht. Aber irgendwas musste ja an Google+ auszusetzen sein...

  8. Alex

    Der Vergleich mit der Eisenbahn hinkt, weil das damals ein reines Vorurteil war. Daß diese visuellen Effekte Anfälle auslösen können, ist längst wissenschaftlich belegt. Vielleicht sollten Sie sich mal ein bißchen mit dem Krankheitsbild Epilepsie und mit Neurologie befassen, ehe Sie solch hanebüchenen Vergleiche anstellen. Und warum braucht es solche Warnungen nicht? Ich sag's gern nochmal: Epileptische Anfälle sind potentiell lebensbedrohliche Zustände. Außerdem ging es hier nicht um Google+, sondern primär um diese Art von Animated GIFs. Aber in sozialen Netzwerken erwarte ich schon so viel Sozialverhalten, daß man nicht in Kauf nimmt, Menschen mit seinem Verhalten gesundheitliche Schäden zuzufügen. Aber ich täusche mich wohl. Klar, wer nicht betroffen ist, braucht die Warnungen nicht. Aber ist das Wort Rücksicht in unserer Welt vielleicht noch ein Begriff? Offenbar nicht. Und das ist dann wahrlich das Gegenteil von Social Media. Social Media ist nur so sozial, wie wir es zulassen. Dabei ist es völlig egal, welcher Anbieter dahintersteckt.

  9. Anonymous

    Nur sehr wenige Epilepsiekranke sind fotosensibel (die Anfälle werden durch Lichtblitze ausgelöst). Das Problem sollte also nicht allzu groß sein...

    Wer keine Animationen von Grafiken sehen will, kann zumindest beim Firefox dies abstellen. Leider ist die Einstellung mittlerweile unter 'about:config' zu finden, aber immerhin. Eine genaue Beschreibung ist auf der Seite: http://kb.mozillazine.org/Animated_images zu finden...

  10. Alex

    Ja, auf die Möglichkeit, das im Firefox abzustellen, habe ich in einem anderen Kommentar auch schon hingewiesen. Leider geht das in anderen Browsern wohl nicht oder nicht so einfach.

    Daß die Photosensibilität als Auslöser eher selten ist, ist richtig. Wenn aber bei Computerspielen davor gewarnt wird, ist es, glaube ich, nicht falsch, auch in diesem Zusammenhang nochmal auf das Risiko hinzuweisen.

Einen Kommentar schreiben - Alle Angaben bis auf den Kommentar sind freiwillig. Anonyme Kommentare werden immer moderiert

Copyright © 2021 by: DeinWeb - Ein Web für alle! • Template by: BlogPimp Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.
Twitter-Button: IconTexto, http://icontexto.blogspot.com/